Wittenburg : Gotteshaus muss trockengelegt werden

Die St. Bartholomäus-Kirche zu Wittenburg bietet zwar einen verträumten Anblick, doch der täuscht. Im Innern des Gotteshauses gibt es viele  Probleme, die dem Zahn der Zeit geschuldet sind.
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Die St. Bartholomäus-Kirche zu Wittenburg bietet zwar einen verträumten Anblick, doch der täuscht. Im Innern des Gotteshauses gibt es viele Probleme, die dem Zahn der Zeit geschuldet sind.

Gotteshaus in Not: Die Bartholomäus-Kirche in Wittenburg braucht nicht nur eine Trockenlegung in Fundament und Mauern, sondern eine Tragwerk- und Dachsanierung.

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09. November 2012, 06:45 Uhr

Wittenburg | Romantisch schmiegt sich die St. Bartholomäus-Kirche ins Straßeneck, im historischen Stadtkern nördlich des Marktplatzes. Ein imposantes wie schönes Bild, wenn blauer Himmel den Backsteinbau umspielt und die Sonne durch die bleiverglasten Fenster blinzelt. Ein friedliches Bild. Doch der erste Eindruck trügt, denn dem um 1240 errichteten evangelisch-lutherischen Bauwerk geht es schlecht. Feuchte Fundamente und Mauern, Risse, Salze, echter Hausschwamm wie auch andere Schädlinge sowie vermodertes Holztragwerk im Dachbereich, das dringend ersetzt werden muss, machen dem Gotteshaus mächtig zu schaffen. Vom abbröckelnden Putz mal ganz zu schweigen.

"Im Innern der Kirche muss unbedingt etwas gemacht werden", ist sich deshalb auch Pastor Martin Waack sicher. Der 49-Jährige betreut seit 1999 als Seelsorger die rund 1350 Kirchgemeindemitglieder aus Wittenburg und Umgebung. Seit zwei Jahren sei eine Trockenlegung bereits ins Auge gefasst, doch mangels Finanzen immer wieder aufgeschoben worden. "Jetzt haben wir eine Architektin beauftragt, ein Konzept für den Innenraum zu erstellen. Es deutet sich eine richtig große Baumaßnahme an, die sicher nicht in fünf Jahren erledigt sein wird", sagt der gebürtige Crivitzer. Man habe auch nicht damit gerechnet, dass im Dach so viel Arbeit wartet. Letztmals sei dies 1993 gedeckt worden. Das Chordach über dem Altarraum sei damals nicht mit berücksichtigt worden. "Da liegen sogar noch die alten Dachpfannen aus DDR-Zeit drauf. Und die Kirche liegt sehr hoch, der Winddruck ist also enorm. Das Kirchenschiff ist 30 Meter und der Turm 65 Meter hoch. Unwetter haben im Laufe der Jahre viel Feuchtigkeit durch die Dachpfannen getrieben. Dadurch sind jetzt beispielsweise die Balkenköpfe kaputt. Auch das Tragwerk, auf dem das Dach aufliegt ist teilweise sehr marode. Im Oktober waren Statiker und Holzgutachter da, um sich die Schäden anzusehen und sie aufzunehmen. Außerdem wurden vor der Kirche Schürfgruben angelegt, um einen Einblick in Gründung, Fundamente und Mauern zu erhalten", berichtet Waack weiter. Außerdem habe man den ursprünglichen Fußboden der Kirche entdeckt. Er liege rund 60 Zentimeter tiefer. Unter dem jetzigen. Und über einen Meter sei das Erdreich um die Kirche herum gewachsen. "In den Jahrhunderten haben Laub, Rasen und Aufschüttungen immer mehr die Außenwände bedrängt." Dann zählt der Gottesmann die angestrebten Sanierungsziele auf: "Die Trockenlegung der Fundamente, Innenpfeiler und Innenmauern. Denn vom Markt läuft viel Wasser an und in die tiefer liegende Kirche. Da wird man sich was einfallen lassen müssen, wie man die Feuchtigkeit über eine Drainage ableitet. Der einstige Haupteingang auf der Westseite des Gebäudes soll wieder genutzt werden. Das könnten wir uns gut vorstellen."

Woher jedoch das Geld für all diese dringend notwendigen Arbeiten herkommen soll, vermag der Pastor nicht zu beantworten. Auch nicht, wieviel man benötigen werde. Außer: "Wir sind am Geldsammeln. Und die Kosten werden derzeit berechnet. Seit 2011 veranstalten wir Benefizkonzerte und andere Spendenveranstaltungen zugunsten unserer Kirche. Über 13 000 Euro haben wir auf diesem Wege schon zusammen bekommen, die können nun für die Planungen und Kleinmaßnahmen eingesetzt werden." Waack hofft, dass die Stadt Wittenburg ihrer Kirche unter die Arme greifen werde. "Ich würde mich auch freuen, wenn uns größere Unternehmen aus der Region helfen könnten."

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