Lübtheen : Gott und den Menschen dienen

„Ich kann begleiten und Leiden lindern“, sagt Ute Schweidt, die seit über 30 Jahren leidenschaftlich gern im örtlichen Kirchenchor singt, viel liest, reist und spazieren geht.
„Ich kann begleiten und Leiden lindern“, sagt Ute Schweidt, die seit über 30 Jahren leidenschaftlich gern im örtlichen Kirchenchor singt, viel liest, reist und spazieren geht.

Ute Schweidt ist seit 1999 Pflegedienstleiterin in Lobetal, singt im Lübtheener Kirchenchor, reist, liest gerne und liebt lange Spaziergänge

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24. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Die Wintersonne strahlt ins spartanisch eingerichtete Zimmer. Weihnachtliche Deko hat sich ihren Platz gesucht. Ute Schweidt wirkt ein wenig nervös, nestelt an ihrem weißen Kittel, schließlich hat man ja auch nicht alle Tage die Zeitung im Haus.

Die gebürtige Hagenowerin, die seit 1968 in Lübtheen wohnt, ist Dienstleiterin der stationären Pflege in Lobetal, organisiert Arbeitsabläufe und Dienstpläne, Fortbildung und Qualität der Pflege. Sie will Begleiter für die Menschen sein, die durch Krankheit, Alter und Gebrechlichkeit auf pflegende Hände angewiesen sind und des Zuspruchs bedürfen. Man muss sie einfach mögen. Die offene Art, wie die bekennende Christin, die verheiratet ist und zwei erwachsene Söhne hat, Fremden gegenübertritt, vermittelt das Gefühl, eine Freundin zu treffen. Mit wachem und kritischem Geist ausgestattet und der wunderbaren Gabe des Humors. Sich den zu bewahren, ist sicherlich nicht immer einfach an dieser Stätte, wo Leben oft auch endet. „Ich kann begleiten und Leiden lindern“, sagt die gelernte Krankenschwester, die seit über 30 Jahren leidenschaftlich gern im örtlichen Kirchenchor singt, viel liest, reist und spazieren geht. Um ihren Glauben macht sie nicht viel Aufhebens, dient Gott und den Menschen, als sei es so für sie bestimmt. Dass es im Christentum nicht um Aufruhr und Revolution geht, sondern um die Veränderung der eigenen Herzenshaltung, hat die 53-Jährige schon vor Jahren erkannt, längst verinnerlicht, als sie SVZ-Redakteur Thorsten Meier die beliebten Fragen zum Wochenende beantwortet. Während sie zwischendurch immer mal wieder von Bewohnern des Pflegeheimes, Männern und Frauen, aus dem Interview gerissen wird, für eine Flasche Wasser, ein tröstendes Wort oder eine Aufmerksamkeit, die sofort klar macht, diese ihr Anvertrauten werden nicht als Kostenfaktor und Plagegeister abgetan, sondern als Menschen, die mit der lauten Hektik dieser Welt schon längst nicht mehr Schritt halten können. Denen das Heute oftmals nur noch Graus ist. Mit ihnen das letzte Stück Weg gemeinsam zu gehen, betrachtet Ute Schweidt als eine große Ehre, wie es scheint, auch wenn sie es nicht laut sagt.

Wie und wo werden Sie in diesem Jahr Weihnachten verbringen?

Ganz traditionell. Morgen, am Heiligabend gibt es bei uns Zuhause Kartoffelsalat mit Würstchen. Nachmittags ab 17 Uhr gehen wir zur Kirche. Am Nachmittag bin ich noch in Lobetal, um mit den Bewohnern etwas Zeit zu verbringen. Am ersten Weihnachtstag wird gespickter Rehrücken auf der Festtafel stehen. Ansonsten werde ich es über die Feiertage ruhig und besinnlich daheim haben.

Wie ist Ihr Lebensmotto?

Nutze den Tag, sei für jeden einzelnen dankbar und schaue im Leben immer nach vorne.

Welches ist Ihre Lieblingsfarbe?

Blau in allen Nuancen. Vor allem Türkis.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Als Kind mit Kartoffeln sammeln auf dem Acker.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Für einen Parka, der war damals ganz modern, den konnte ich auf meinem Moped S 50 tragen.

Wo findet man Sie am ehesten?

Auf Arbeit in Lobetal oder Zuhause in Küche und Wohnzimmer.

Was stört Sie an anderen?

Wenn man nicht wahrhaftig ist und unzuverlässig. Üble Nachrede und Tratsch mag ich auch nicht.

Welche Musik hören Sie am liebsten?

Von Udo Jürgens, Jürgen Werth oder Instrumentalmusik.

Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?

Ganz klar ein Bauchmensch.

Wonach suchen Sie im Leben?

Ich bin zufrieden, dort wo ich bin. Ja, ich bin in meinem Leben angekommen.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Milch, Butter, Käse, Joghurt und sehr gern auch Mozarella für Tomaten mit ganz viel Basilikum.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Eine ausgedehnte Reise in die Wärme, beispielsweise auf die Seychellen oder in die Südsee.

Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?

Manfred Siebald, er ist ein deutscher christlicher Liedermacher und Professor für Amerikanistik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?

„zupackend“

Was würden Sie mit einem Millionen-Lottogewinn anstellen?

Geheimhalten und in Ruhe überlegen. Vielleicht einen Finanzberater suchen und schön die Füße stillhalten.

Wo ist für Sie Heimat?

Da, wo ich geboren und aufgewachsen bin und die Nachbarn kenne.

Was bedeutet Ihnen die Liebe?

Mit sich verzeihend umgehen. Nur wer sich selber liebt, kann auch andere lieben. Selbstliebe ist lebenswichtig.

Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?

Ich liebe spanische und griechische Küche. Aber auch Wok-Gerichte. Zur Zeit koche ich gern ayurvedische Speisen.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Auf Geborgenheit, Familie und Freundeskreis.

Worauf könnten Sie verzichten?

Auf Lügen, Neid und Missgunst. Ja, darauf würde ich gerne verzichten.

Welches ist für Sie das schönste Wort?

Liebe

Was war Ihr bisher schönstes Geschenk?

Ein Diamant-Ring zum 50. Geburtstag von meinem Ehemann Uwe.

Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Gemeindepädagogin Dorothea Ziegler aus Lübtheen. Sie ist nicht nur eine angenehme Gesprächspartnerin und eine interessante Frau sondern auch ein sehr engagierter Mensch.

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