Verschollen geglaubte Vereinsfahnen zurück in Besitz : Glücks-Zufallsfund auf Pferdemarkt

Angela Werth und Torsten Bechump vor dem  historischen Banner des Schützen-Turnvereins von Besitz und Umgebung aus dem Jahre 1910.  Es konnte dank des Engagements aller Dorfbewohner wieder nach Hause geholt werden. Thorsten Meier
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Angela Werth und Torsten Bechump vor dem historischen Banner des Schützen-Turnvereins von Besitz und Umgebung aus dem Jahre 1910. Es konnte dank des Engagements aller Dorfbewohner wieder nach Hause geholt werden. Thorsten Meier

Es klingt unglaublich und ist doch wahr: Als Ralph Bathel aus Dellin den Havelberger Markt besuchte, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Vor ihm lagen die historischen Fahnen des Schützen-Turnverein von Besitz.

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29. November 2012, 04:57 Uhr

Besitz | Es klingt schon ein bisschen unglaublich und ist doch wahr: Als Ralph Bathel aus Dellin im Amt Neuhaus im letzten Jahr den Pferdemarkt in Havelberg besuchte, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Vor ihm lagen bei einem Antiquitätenhändler aus Berlin die historischen Fahnen des Schützen-Turnverein von Besitz und Umgebung aus dem Jahre 1910 und des Männer-Gesang-Vereins Besitz aus dem Jahr um 1888. Sofort verständigte er seine Schwägerin Angela Werth, eine gebürtige Besitzerin. Und schickte per Handy Fotos von den grünen und roten aufwändig bestickten Stoffen.

Verschollen geglaubt und nun doch heimgekehrt

"Wir haben schließlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, an die Fahnen ranzukommen. Die Suche dauerte fast ein Jahr, bis wir den Verkäufer im September dieses Jahres wieder aufgespürt hatten", erinnert sich die 55-Jährige an den Glücks-Zufallsfund, der sie regelrecht elektrisiert habe. "Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich an damals denke, als mir beim Ansehen der Handy-Fotos klar wurde, dass es tatsächlich die seit den 80er Jahren verschwundenen Vereinsfahnen aus unserem Dorf sind", weiß die gebürtige Besitzerin weiter zu berichten. Dann weist sie auf sechs unter Glas gesetzte und leicht schon vergilbte Schwarz-Weiß-Fotos an der Wand. Sie zeigen einige der früheren Besitzer Vereinsmitglieder bei ihren traditionellen Aufmärschen. Immer dabei die Vereinsfahnen, die jahrezehntelang als verschollen galten.

"Wir haben alles daran gesetzt, die beiden Fahnen kaufen zu können", erzählt auch Torsten Bechump. Beim diesjährigen Erntefest seien so lange Tombola-Lose verkauft worden, bis die erforderlichen 500 Euro für den notwendigen Erlös beisammen gewesen seien. "Unser Dank gilt deshalb nicht nur den spendablen Besitzern selbst, sondern auch Monika und Hans-Dieter Lembcke vom Holzkontor Kuhlenfeld, die einen Teil der Preise gestiftet haben", betont der 43-Jährige. Am 30. September habe so der örtliche Bürgermeister Dr. Detlef Timm in Ludwigslust auf einer Tauschbörse die beiden geschichtsträchtigen Banner erwerben und wieder nach Hause bringen können, beschreibt der gebürtige Besitzer das gute Ende einer offensichtlich langen Odyssee.

"Die Fahnen waren noch in den 80er Jahren in der ehemaligen Gastwirtschaft ,Sandberg’ aufbewahrt worden, wo sich früher die vier Vereine des Ortes regelmäßig trafen. Es waren unter anderem Radler, Sänger, Schützen und Turner. Später gelangten die Fahnen auf unbekanntem Wege in den Westen. Was wahrscheinlich ihr Glück war. Ich habe sie im Jahre 2001 wegen unseres Dorfjubiläums auch schon mal gesucht. Jedoch ohne Erfolg. Doch nun war uns das Glück hold", freut sich Angela Werth über die heimgekehrten Zeitdokumente. Mitstreiter Torsten Bechump, der auch ein begnadeter Tischler ist, hat sie auf 1,90 Meter mal 1,90 Meter sowie 1,05 Meter mal 1,60 Meter gerahmt, luftdicht unter Glas gesetzt und diese Woche im Dorfgemeinschaftshaus aufgehängt. Dort werden sie heute anlässlich der Rentner-Weihnachtsfeier um 14.30 Uhr erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

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