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Nach tödlichem Unfall in Schwanheide : Gleisüberquerungen sind an der Tagesordnung

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In Schwanheide gehen tagtäglich Bahnreisende das große Risiko ein und überqueren die Gleisanlagen

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Die SVZ erreichte ein Anruf des Wehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Nostorf, Heiko Schlemmer, der ebenso wie rund 40 weitere Kameraden der Wehren aus Schwanheide, Gresse, Nostorf und Greven bei dem tödlichen Bahnunfall in der Station Schwanheide am 29. Dezember im Einsatz war. „Einer unserer Kameraden von der Feuerwehr Schwanheide muss jeden Tag an der Station Schwanheide ein- und aussteigen. Trotzdem es dort gerade diesen tödlichen Unfall gab, überqueren jeden Tag ständig Personen die Gleise.“ Der Einsatz sei für alle Helfer - die ihre Arbeit ja ehrenamtlich ausüben - sehr belastend gewesen, deshalb würde der Schwanheider Kamerad die Menschen ansprechen und auffordern, diese gefährlichen Gleisüberquerungen zu unterlassen. Doch als Reaktion würden statt Einsicht häufig Pöbeleien bis zum Zeigen des „Stinkefingers“ kommen. Die Kameraden der Feuerwehr bitten die Bevölkerung daher eindringlich darum, die Gleisanlagen nicht mehr zu überqueren. „Auch wenn die Intercity-Züge ihre Geschwindigkeit bei der Durchfahrt auf 160 km/h drosseln, ist der Zug so schnell da, wie gerade bei dem Unfall in der vorletzten Woche zu erleben war.“ Dann kann schnell alles vorbei sein. Das gilt selbstverständlich für alle Bahnstationen.

Am 29. Dezember war ein 43-jähriger Rostocker gegen 15.50 Uhr von einem mit über 350 Reisenden besetzten Intercity erfasst worden, der von Hamburg nach Rostock unterwegs war. Nach bisherigen Erkenntnissen wollte der Mann in Schwanheide einen Regionalexpress auf dem anderen Gleis erreichen und überquerte dafür die Gleisanlagen. Er war auf der Stelle tot. Die Bahnstrecke war bis 22 Uhr gesperrt. Die Bahnreisenden mussten erst stundenlang auf freier Strecke kurz hinter dem Bahnhof warten und dann durch die Feuerwehrleute evakuiert werden. Neben der Freiwilligen Feuerwehr waren die Polizei, die Bundespolizei und Notfallmanager der Deutschen Bahn im Einsatz sowie ein Fahrzeug mit Spezialausrüstung von der Feuerwehr Hagenow.

Der Tote konnte erst Tage später mit Hilfe einer rechtsmedizinischen Untersuchung identifiziert werden.

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