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Hagenower Kreisblatt

13. Dezember 2017 | 12:29 Uhr

Boizenburg : Gleichberechtigung an der Elbe

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gleichstellungsbeauftragte Beate Benz berichtet über die aktuelle Situation in Boizenburg und gibt Ausblicke für 2016

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 16:15 Uhr

Beate Benz ist erst seit Oktober 2014 die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Boizenburg, doch sie hat schon eine Menge auf die Beine gestellt. Wie schon in den Jahren zuvor gab es in der Elbestadt die Frauenfilmtage und auch die Regenbogenfahne wurde gehisst. Zum ersten Mal gab es 2015 am Frauentag die Veranstaltung „Frauen lesen für Frauen“, bei der fünf Boizenburgerinnen Texte präsentierten. Es gab erstmalig den Vortrag „Wege aus dem Rentendschungel in Kooperation mit dem Senioren- und Behindertenbeiratund den 1. Boizenburger Mädelsflohmarkt, der zusammen mit dem AWO-Frauenhaus Ludwigslust organisiert wurde. Dadurch erfuhren viele überhaupt zum ersten Mal von dieser Einrichtung für Frauen.

Die Mitmach-Ausstellung „Hände ringen – leben ohne Gewalt“ mobilisierte viele Boizenburger, die sich fotografieren ließen, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen.

Seit Mai 2015 können in Kooperation mit dem Boizenburger Filmtheater an jedem ersten Mittwoch im Monat junge Eltern einen aktuellen Film im Kinderwagenkino ansehen.

Ganz wichtig war die erstmalige Teilnahme Boizenburgs am Equal-Pay-Day am 20. März. Das ist der Tag, bis zu dem Frauen aufs Jahr 2015 gerechnet im Durchschnitt unentgeltlich arbeiten mussten, er wird jedes Jahr neu vom statistischen Bundesamt errechnet. Denn Frauen verdienen in Deutschland bei gleicher Qualifikation und gleicher geleisteter Arbeit häufig weniger als Männer, durchschnittlich 22 Prozent. Sechs Boizenburger Unternehmen konnte Beate Benz bewegen, sich an der Aktion zu beteiligen und auf diese Weise den Blick der Öffentlichkeit auf diesen Missstand zu lenken. Sie gaben den Frauen an diesem Tag 22 Prozent Rabatt auf ihre Produkte oder Dienstleistungen.

In diesem Jahr findet der Equal-Pay-Day am 19. März statt. Beate Benz hat ein Schreiben an 80 Unternehmen in der Region vorbereitet, das in den nächsten Tagen verschickt wird. „Durch Ihre Mitwirkung an der Aktion können Sie die Kampagne unterstützen und verdeutlichen, dass auch Ihr Unternehmen sich für Lohngerechtigkeit von Frauen und Männern stark macht“, heißt es darin. „Wenn Sie sich als Unternehmen an der Rabattaktion beteiligen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 26. Februar bei unserer Gleichstellungsbeauftragten.“ Die hat übrigens die Boizenburger Telefonnummer 626 46.

„An diesem 19. März wollen wir auch eine gemeinsame Aktion als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ludwigslust-Parchim (LUP) auf dem Marktplatz starten, meine Kolleginnen aus Ludwigslust und Hagenow sind mit dabei und auch Heidrun Dräger als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises.“ Was sie genau machen wollen, daran tüfteln die Frauen gerade.

Nicht zuletzt ist Beate Benz auch eins von elf Jurymitgliedern, die für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg das Siegel „Familienfreundliches Unternehmen“ vergeben. Das gibt es auch erst seit 2015.

Für das Siegel können sich die Firmen bewerben und werden dann von der Jury bewertet. 18 Firmen der Region konnten im letzten Jahr das Siegel erhalten, eine davon war die Firma Drinkuth aus Boizenburg. Mit dem Siegel können die Betriebe nach außen kommunizieren, dass ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig ist. Aber auch bei der Vergabe von Fördermitteln, beispielsweise im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf inzwischen Bedeutung.

„Insgesamt ist die Atmosphäre für Gleichberechtigung hier in Boizenburg positiv“, zog Beate Benz im Gespräch Bilanz.„Ich habe für meine Ideen immer Unterstützer gefunden, Männer wie Frauen. Aber es gibt natürlich noch Baustellen.“

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