Girls’ Day in Kremmin : Girls-Day-Erlebnis mitten im Wald

Die beiden Anna-Lenas messen die Länge dieses Birkenholzstapels.
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Die beiden Anna-Lenas messen die Länge dieses Birkenholzstapels.

Vier Schülerinnen aus Grabow und Ludwigslust waren gestern beim Forstamt Ludwigslust zu Gast.

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23. April 2015, 21:00 Uhr

Mitten im Hornwald nahe der Ortschaft Hornkaten. Der Kleinbus mit Frank Mahler vom Forstamt Ludwigslust hält an. Vier Mädchen sind seine Mitfahrer, für sie ist heute Girls Day im Wald angesagt. Anna-Lena (12), ihre Mitschülerin, die ebenfalls Anna-Lena heißt und auch 12 ist, Louise (11) und Vivian (13) steigen aus. Vor ihnen liegt ein Stapel Industrieholz, Birke und daneben Roterle. Anna-Lena greift zum Maßband, die 12-Jährige misst die Länge des einen Holzstapels, nennt Vivian, die die Schriftführerin ist, auch Höhe und Tiefe der Stämme. Die Werte brauchen die Mädchen für das Holzaufmaß, zum Ermitteln der Raummeter des Holzes. Die Zahlen werden in den Taschenrechner eingegeben, am Ende waren es knapp 96 Raummeter, die dem Forstamt beim aktuellen Holzpreis einen Erlös von rund 2300 Euro bringen. „Aus diesem Holz werden in einem Unternehmen bei Wittstock Platten für die Möbelindustrie gefertigt“, erzählt der Forstmann, im Forstamt für Holzvermarktung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Schülerinnen, die gestern einmal Arbeiten aus dem Alltag der Forstleute kennenlernen wollten, hören aufmerksam zu. Die beiden Anna-Lenas und Louise kommen aus der Friedrich-Rohr-Schule in Grabow, Vivian besucht das Gymnasium in Ludwigslust.

„Ich habe mich heute hier für den Besuch beim Forstamt entschieden, weil ich mich für Berufe in der Land- und Forstwirtschaft interessiere“, erzählt Anna-Lena. Und die andere Anna-Lena ergänzt: „Weil mein Opa Jäger war, wollte ich mir die Arbeit in der Forstverwaltung und in der Natur einmal aus nächster Nähe ansehen.“

Für Frank Mahler und das Mitarbeiterteam des Forstamtes, das derzeit noch in Kremmin seinen Sitz hat, gehören solche Projekte wie der Girls Day schon seit gut zehn Jahren zum festen Veranstaltungsprogramm. „Aus dem Girls Day heraus hat sich bei uns zwar noch kein Mädchen für einen Ausbildungsplatz beworben. Aber wir bieten ja auch Praktika an und da war schon der eine oder andere dabei, und hat sich bei uns für einen Beruf in der Forst entschieden“, erklärte Frank Mahler. Aktuell werden im Forstamt Ludwigslust, das Ende August in das neue Domizil ins Grabower Schützenhaus umziehen wird, sechs junge Männer zum Forstwirt ausgebildet. „Und im Herbst dieses Jahres werden wir zwei neue Azubis bei uns begrüßen können.“

Wie viel Leute insgesamt in der Forstverwaltung des Forstamtes tätig sind, welche Aufgaben es im Waldbau, in der Waldwirtschaft und Holzvermarktung, in der Waldpflege und Wildhege, im Natur- und Umweltschutz gibt, erfuhren die Mädchen bei einer Power-Point-Präsentation in der Scheune, die von einem Bullerjan-Ofen schon am frühen Vormittag gut geheizt war. Neben dem Holzaufmaß gab es für die Mädchen auch noch eine andere praktische Aufgabe zu erfüllen: Mit Frank Mahler brachten die vier Schülerinnen Kiefernsaatgut in den Boden, um in einem Mischwaldgebiet auf kahlen Stellen für Kiefernnachwuchs zu sorgen.

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