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Wittenburg : „Gewölbeparty“ in St. Bartholomäus

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Besucher konnten am vergangenen Sonntag der Kirche unter’s Dach steigen und sich die von rund 130 Tonnen Schutt befreiten Gewölbe anschauen

von
erstellt am 07.Jul.2015 | 07:45 Uhr

Die evangelische Kirchengemeinde St. Bartholomäus hatte zur „Gewölbeparty“ eingeladen. Dumpfe Beats in dunklen Kellern? Nein, Besucher durften der Kirche unter das Dach steigen und sich die freigelegten Ziegelgewölbe anschauen.

Nach dem Gottesdienst und der öffentlichen Gemeindeversammlung lud Pastor Martin Waack die Besucher ein, am Aufgang hinter der Orgel zu warten. Immer zehn Personen durften dann hinaufsteigen. Platzangst durfte man nicht haben beim Aufstieg über 55 Stufen. Dann passte oben Heinrich Ebeling vom Kirchengemeinderat auf, dass jeder sicher über einen provisorischen Brettersteg über das Kirchenschiff gelangte. Was dort zu sehen war, beeindruckte. Wie ein sandfarbener Erdhügel neben dem nächsten lagen im Langschiff die großen Gewölbe nebeneinander. In den Seitenschiffen sind sie kleiner, dafür gibt es aber auch mindestens zehn davon auf jeder Seite und dann noch weitere über dem Ostchor.


Gewölbe waren kaum zu erkennen


„Hier haben drei Arbeiter per Hand 125 Tonnen Schutt herausgeholt, der zwischen den Gewölben lag, Bauschutt aus Jahrhunderten, Taubenkot und allerlei Unrat, alles per Hand. Zurzeit wird noch der ganze Staub abgesaugt, so dass wir wohl insgesamt auf rund 130 Tonnen Schutt kommen, die auch noch als Sondermüll entsorgt werden müssen“, so Henrich Ebeling. Das ganze Gebälk, das in den 60er Jahren mit schadstoffhaltigen Mitteln behandelt wurde, wurde saniert. Marode Balken wurden ausgetauscht. Es sieht schon wieder ziemlich gut aus unter dem Dach der Kirche. Seit April werden poröse oder vom Schwamm befallene Steine entfernt und ausgetauscht. Die Fensterbauer erneuern die Fenster und Peter Schrapers aus Wittenburg schmiedet alle Bauanker neu, die Außen- und Innenmauer verbinden.

Das sich was tut an der um 1240 errichteten Bartholomäus-Kirche ist durch die Einrüstung schon länger sichtbar und wird die Wittenburger freuen. Der Förderverein, der im April 2013 mit 25 Mitgliedern an den Start ging, hat inzwischen 180 Mitglieder. Darüber freut sich Dr. Barbara Gubalke aus dem Vorstand des Fördervereins, die an disem Tag Bürgermeisterin Seemann unter das Kirchendach führte. Etwa 800  000 Euro wird die Sanierung der Außenfassade kosten. Die kommen aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes, von ganz vielen Stiftungen und auch vom Förderverein. Viele Klinken mussten von diesem geputzt werden, bis das Geld zusammen war.

„Die Sanierung des Innenraums würde noch einmal soviel kosten und wir hoffen natürlich, dass es weitergeht“, so Dr. Gubalke. Doch erstmal wird an der Sanierung der Außenhaut gearbeitet, die im Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein soll. Was hatte es nun mit der Party auf sich? Viele Gemeindemitglieder und andere Personen hatten für ein leckeres Büffett allerlei Speisen mitgebracht. Und an disem heißen Sonntag ließ es sich in der kühlen Kirche vortrefflich speisen.

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