Boizenburg : Gewerbe gibt Gummi

Für die Firma BGT und ihre Mitarbeiter ist Gummi die Welt. Sind sie doch mit ihren Dichtungen international unterwegs.
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Für die Firma BGT und ihre Mitarbeiter ist Gummi die Welt. Sind sie doch mit ihren Dichtungen international unterwegs.

Erfolgreich an der Elbe: Boizenburger Unternehmen produziert für die gesamte Welt

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09. September 2020, 05:00 Uhr

Trotz des riesigen Schriftzuges, der von der Bundesstraße 5 kurz vor den Toren Boizenburgs weithin sichtbar ist, ist der Standort der Boizenburger Gummitechnik (BGT), die zur Cordes Group mit Stammsitz in Münster gehört, schon etwas für Kenner. Diejenigen, die sich jedoch einmal hierher – ins Boizenburger Gewerbegebiet – verirrt haben, bekommen einen Einblick in ein international agierendes Unternehmen.

„Die Cordes Gruppe zählt seit vielen Jahrzehnten zu den bedeutendsten Herstellern und Anbietern von Dichtsystemen für den Kanalbau“, heißt es auf der Website der Firma. Und das ist keine Übertreibung, wie sich auch unlängst der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, überzeugt hat.

Geführt von Heiko Höft, einem der zwei Geschäftsführer des Unternehmens, schaute er zusammen mit Berit Steinberg, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Südwestmecklenburg, einmal ganz genau hin, was in Boizenburg so alles aus dem Rohstoff Kautschuk entsteht.

Da störte die Zwei auch nicht der stete Gummigeruch, der einen aus der Fertigungshalle entgegen strömte. Wissen sie doch nun auch, wie wichtig die Arbeit ist, die in Boizenburg geleistet wird.

„Wir müssen 100 Jahre Haltbarkeit nachweisen“, berichtet Heiko Höft. Sein Blick richtet sich hierbei zum Beispiel auf Dichtungen, die für den Tunnelbau eingesetzt werden und worauf Cordes sogar ein paar Patente hält. Nur wenige Millimeter Toleranz wird den Produkten dabei zugestanden. Schließlich sollen Projekte wie der Bahnhofbau „Stuttgart 21“ oder aber Bauten im australischen Brisbane lange Bestand haben.

Zudem weist Heiko Höft darauf hin, dass es in der Kautschukverarbeitung eine ständige Entwicklung gibt. Sich die Firma im Umkehrschluss also nie auf ihren bisherigen Lorbeeren ausruhen könne.

Dies ist wiederum ein Grund dafür, weshalb sich das Unternehmen in Boizenburg angesiedelt hat. Die große Sparte der Tunneldichtungen wurde hier in Mecklenburg-Vorpommern erst so richtig ausgebaut. Vor allem, weil räumlich wie auch in Sachen der Unterstützung bei der Ansiedlung optimale Bedingungen vorgeherrscht haben und immer noch vorherrschen, wie Heiko Höft gegenüber Stefan Sternberg und Berit Steinberg betonte.

Im Jahr 2013 begann Cordes mit der Ansiedlung in Boizenburg und bereits 2014 wurden die ersten Profile hergestellt.

„Es ist schon ein sehr spezieller Bereich“, ist sich diesbezüglich Heiko Höft bewusst. Dementsprechend schwer sei es auch, Fachpersonal zu finden. Der Geschäftsführer betont allerdings im gleichen Atemzug: „Wir sind super stabil aufgestellt.“ 25 Mitarbeiter gebe es aktuell am Standort in Boizenburg, wobei ein Großteil aus der Region stamme.

Stabilität, die auch – trotz der Frage, was nach Corona kommen mag – die Stadt Boizenburg spürt. 14 Unternehmen gibt es derzeit im Gewerbegebiet an der Gülzer Straße und so wie es scheint, leisten alle trotz Pandemie ihren steuerlichen Beitrag. Dies war unter anderem für Dagmar Poltier, erste Stellvertreterin von Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke, Anlass zur Freude. Lässt sie dieser Umstand doch darauf schließen, dass zwar teilweise im Verborgenen, sehr viel Gutes für die Welt im Allgemeinen und für Boizenburg im Speziellen an der Elbe entsteht.

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