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Zarrentin : Gesundheitsamt warnt vor Blaualgen im Schaalsee

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In größeren Mengen wurden gefährliche Algen an einigen Badestellen des beliebten Gewässers festgestellt

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2016 | 20:30 Uhr

Blaualgen können Hautreizungen, Übelkeit und Erbrechen beim Menschen hervorrufen. Wer nach dem Baden solche Symptome bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen. Tiere wie Rinder, Hunde oder Enten, die das Wasser getrunken haben, können sogar sterben.

Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung in Ratzeburg habe am Montag Blaualgen in größeren Mengen an einigen Badestellen am Schaalsee festgestellt, heißt es gestern in einer Pressemitteilung an unsere Redaktion.  Betroffen seien die Badestellen Seedorf-Liegewiese, der Campingplatz Groß Zecher und die Bademöglichkeit Dargower Bucht. Weil die Haut bei Kontakt mit Blaualgen mit Reizungen reagieren  und durch Verschlucken von blaualgenhaltigem Wasser Übelkeit oder Erbrechen auftreten könne, warne die Behörde vor dem Baden. In allen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der örtlichen Ordnungsbehörde sei empfohlen worden, an den betroffenen Badestellen und der Bademöglichkeit mit Hinweistafeln darüber zu informieren.

„In natürlichen Badegewässern können sich bei bestimmten Wetterbedingungen Blaualgen stark vermehren und das Badevergnügen beeinträchtigen. Derartige Entwicklungen sind meist nicht vorhersehbar oder ändern sich sehr rasch. Die Massenvermehrungen können sich ebenso innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden wieder auflösen. Sobald das Baden wieder gefahrlos möglich ist, wird das Gesundheitsamt die Öffentlichkeit darüber unterrichten. Die im Schaalsee festgestellte Igelblaualge (gloeotrichia echinulata) tritt insbesondere im Plankton größerer nährstoffärmerer Seen auf“, heißt es wörtlich in dem Schreiben.

Nähere Auskünfte erhalten Sie, liebe Leser,  auch beim Fachdienst Gesundheit des Kreises  Herzogtum Lauenburg unter der Telefon-Nummer 04541-888-396 oder direkt vor Ort bei den  einzelnen Badestellenbetreibern am Schaalsee.

Hintergrund: Was sind Blaualgen?

Sie sind eigentlich keine Algen, da sie keinen echten Zellkern haben, sondern Bakterien. Ihr genauer Name lautet deshalb auch Cyanobakterien. Ihre blaugrüne Farbe und ihr algenartiges Aussehen hat ihnen im Volksmund dann den Namen Blaualgen eingebracht.

Cyanobakterien besiedeln seit mehr als 3,5 Mrd. Jahren die Erde und zählen damit zu den ältesten Lebensformen überhaupt.Die Bakterien befinden sich in geringer Konzentration in jedem Gewässer und sind auch nicht schädlich. Ganz im Gegenteil: sie nutzten das Sonnenlicht zur Photosynthese und setzten dadurch Sauerstoff frei.

Allerdings haben sie auch die ungewöhnliche Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu beziehen, um ihn in ihren Zellen in Nährstoffe und Eiweiße umzubauen. Diese zusätzlichen Nährstoffe geben sie dann auch in die Gewässer ab und "überdüngen" sie damit. Eine unverhältnismäßige Vermehrung von Cyanobakterien wird meist durch hohe Wassertemperaturen in Verbindung mit hohen Phosphatgehalt im Wasser ausgelöst. Oft sind Abwässer mit Waschmittelrückständen dafür verantwortlich, die ungeklärt in die Seen und Flüsse gelangen und dann von den Blaualgen „verarbeitet“ werden. Wenn das Wasser trüb und gelbbraun aussieht, die Sichttiefe unter einem Meter beträgt und sich Schlieren auf der Oberfläche bilden, sollte man nicht mehr baden.

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