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Wintergerste im Altkreis Ludwigslust gedroschen : Geringere Erlöse trotz Super-Ernte

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Die Erntekapitäne regieren bereits auf den Feldern: Der lange Winter hatte zu einer Verzögerung geführt, doch durch die günstigen Witterungsbedingungen haben fast alle Kulturen diese Zeit wieder aufgeholt.

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erstellt am 23.Jul.2013 | 12:20 Uhr

Hagenow/Ludwigslust | Die Erntekapitäne regieren bereits auf den Feldern: Der lange Winter hatte zwar zu einer etwa einwöchigen Verzögerung geführt, doch durch die günstigen Witterungsbedingungen haben fast alle Kulturen diese Zeit wieder aufgeholt. Auch die Wintergerste. Bei weiter anhaltenden hochsommerlichen Temperaturen haben die Landwirte Tag und Nacht das Korn von den Halmen gedroschen. Als nächstes erreicht der Winterraps die Druschreife, dicht gefolgt von den anderen Wintergetreidearten. Die Sommergetreidearten kommen zuletzt vom Acker.

"Bei den Getreidearten und beim Raps rechnen wir mit einem guten Ertrag, auch die übrigen Ackerkulturen haben sich zufriedenstellend entwickelt", erläuterte kürzlich Dr. Till Backhaus. "Bisher gibt es nur wenig Befall durch tierische und pilzliche Schaderreger. Doch: Die Schäfchen zählt man erst, wenn sie im Stall stehen." Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern appellierte bei der Gelegenheit an die Landwirte, bei der Getreideernte spezielle Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes einzuhalten, um Feldbrände zu vermeiden. So sollte bei einem Einsatz von mehr als zwei Mähdreschern oder Heu- bzw. Strohbergungsmaschinen auf einer Erntefläche ein Wundstreifen angelegt werden und eine Mindestlöschwassermenge von 3000 Litern vor Ort einsatzbereit sein. Sinnvoll sei auch, die Abgasanlagen von Landtechnik auf ihre Funkensicherheit zu überprüfen. Darüber hinaus bittet Backhaus aber auch die Bevölkerung um Verständnis für die Erntefahrzeuge, die nun wieder häufig im Straßenverkehr unterwegs seien.

"Bis gestern waren 90 bis 95 Prozent der Wintergerste im Altkreis Ludwigslust vom Halm, der Rest wird wohl heute fallen", sagt Harald Elgeti, Geschäftsführer des Bauernverbandes Ludwigslust, zu dem auch die Hagenower Region gehört.

Auf 8000 Hektar ist Wintergerste angebaut worden

Auf etwa 8000 Hektar sei Wintergerste angebaut worden. "Ich denke, dass die Landwirte in diesem Jahr zwischen 60 bis 70 Doppelzentner pro Hektar einfahren werden. Das ist bei der Gerste für unsere Verhältnisse ein sehr gutes Ergebnis", erklärt Elgeti weiter. Leider werde sich das jedoch bei den Preisen auswirken, weil ja fast alle Bauern eine gute Ernte bei der Wintergerste einbrächten. Das sorge eben für ein Überangebot.

Elgeti: "Wer mit dem Landhandel bereits im letzten Jahr Vorverträge gemacht hat, ist 2013 im Vorteil. Ansonsten denke ich, wird es wohl um die 16 Euro für den Doppelzentner geben. Im letzten Jahr gab es während der Ernte zwischen 22 bis 23 Euro. Das war natürlich ein ganz anderer Erlös."

Im Altkreis Ludwigslust wird laut Aussage des Bauernverbandes auf rund 13 000 Hektar Weizen angebaut. Überflügelt wird diese Zahl nur noch vom Roggen, der etwa 16 000 Hektar für sich in Anspruch nimmt. Auf ungefähr 8000 Hektar wird Wintergerste angebaut. Sommergetreide wie Gerste und Hafer finden sich auf 2000 Hektar. Ebenso groß ist die Anbaufläche für Triticale, eine Kreuzung von Roggen und Weizen als Futtergetreide. Körnermais wird in der hiesigen Region ebenfalls auf 2000 Hektar produziert.

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