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Hagenower Kreisblatt

17. November 2017 | 20:46 Uhr

Breitbandausbau : Gerangel um Fördermillionen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Nur drei Gebiete im Landkreis mit Chancen auf Fördermittel für Breitbandausbau. Kräfte sollen gebündelt werden.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Ämter und Gemeinden der Hagenower Region wollen die Kräfte bündeln, um gemeinsam ihre Chancen auf einen Teil der 2,7 Millionen Euro des Bundes für den Breitbandnetzausbau auf 50 Mbit/s zu erhöhen. Doch der Landkreis Ludwigslust-Parchim bremst die Euphorie: Nur drei Projektgebiete im Kreis haben Chancen auf die Gelder. Der zuständige Fachdienstleiter Joachim Müller rät deshalb von Alleingängen ab. „Anträge sollten nicht kleinteilig von den Gemeinden gestellt werden.“ Das sei wenig aussichtsreich. Stattdessen will der Landkreis für und mit den betreffenden Kommunen die Projektanträge angehen. Darüber soll in der nächsten Kreistagssitzung am 10. Dezember in Ludwigslust endgültig entschieden werden.

Der Knackpunkt: Nur unterversorgte Gebiete, die in den nächsten drei Jahren keine Aussicht auf einen Netzausbau durch einen Anbieter haben, kommen für die Fördermillionen des Bundes infrage, die seit November abgerufen werden können.

Deshalb hält sich Lübtheen als schlecht versorgtes Gebiet noch zurück. Laut Torsten Netzband hofft das Amt stattdessen, dass die Telekom die veraltete Technik aus den 1990er Jahren bald austauscht und in diesem Atemzug auch der Breitbandausbau vorangeht. „Da ist eine Verbesserung absehbar“, schätzt auch Joachim Müller.

Anders hingegen sieht es im Amt Wittenburg aus, speziell in der Großgemeinde Wittendörp mit ihren 14 Ortsteilen. Laut der zuständigen Amtsmitarbeiterin Jana Berger soll auf der kommenden Gemeindevertretersitzung am 17. Dezember darüber beraten werden, ob vor Ort Interesse an so einem Projekt besteht und wie man es angehen könnte. Dass das in Zusammenarbeit mit dem Landkreis geschieht, weiß das Amt bereits. Der Fachdienst hat laut Joachim Müller alle betreffenden Gemeinden informiert.

Auch ohne diese „Zusage“ wollen Hagenow und das Amt Hagenow-Land einen Versuch starten, Nachbargemeinden mit ins Boot holen und als ersten Schritt Beratungsleistungen für ein mögliches Förderprojekt beantragen. Auch das sieht das Dobrindt-Paket vor. „Wir sind dabei, das abzuklopfen“, sagt Amtsvorsteher Dieter Quast. „Wir müssen in die Puschen kommen“, meint Roland Masche, Wirtschaftsförderer in Hagenow. Das Problem dort: Der Stadtkern ist zu 90 Prozent mit 50 Mbit/s versorgt, er müsste aus dem Projektgebiet genommen werden. Anders sieht es dagegen in den Gewerbegebieten Sudenhof und Steegener Chaussee und in den Ortsteilen der Stadt aus. Roland Masche erhofft sich deshalb, dass möglichst viele Gemeinden aus dem gesamten Altkreis Hagenow zusammenfinden, um das Projektgebiet zu vergrößern, damit die Chancen auf Fördermittel zu verbessern und den Eigenanteil von zehn Prozent aufteilen zu können.

Die Erwartungen in den Kommunen sind hoch, das weiß Joachim Müller vom Landkreis. Gerade im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern und vor allem im Großkreis Ludwigslust-Parchim. Um aber das Netz im Land flächendeckend auszubauen, bräuchte MV die kompletten 2,7 Millionen Euro Fördermittel. Mit der jetzigen Gelderverteilung werden deshalb „nicht alle zufrieden sein“.

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