Nieklitz : Genossenschaft auf Tuchfühlung mit der Region

Im Nieklitzer Vogelhaus, Diskussion der Bewertungsgruppe mit Vertretern der Genossenschaft.
1 von 2
Im Nieklitzer Vogelhaus, Diskussion der Bewertungsgruppe mit Vertretern der Genossenschaft.

Öko-Team gehört zu den Bewerbern um die Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat Schaalsee.

von
13. März 2018, 21:00 Uhr

Der alte Name ist immer noch Programm, Zukunftszentrum Nieklitz. Auch die neuen Besitzer von der Genossenschaft „Wir bauen Zukunft“ führen Ehrgeiziges im Namen. Dieser Tage stand eine besondere Prüfung an, die gleich zu einer Diskussion auf Augenhöhe ausartete. Die Bewertungskommission für das Partnersiegel der Biosphäre Schaalsee war gekommen, denn die Genossenschaft hat sich dafür beworben. Ganz so ohne weiteres bekommt man das Siegel nicht, auch wenn man sich in vielen Zielen grundsätzlich einig ist. Und so hatten Ralf Möller vom Vorstand sowie einige seiner Mitstreiter doch viele Fragen zu beantworten. Wie wird geheizt, woher bezieht ihr euren Strom, wie wurde saniert und welche Ziele verfolgt ihr.

Die Genossenschaft, das wurde schnell klar, ist mit 20 Mitgliedern im Kern und weiteren 20 im engeren Umfeld, der wilden Anfangsphase entwachsen. Wichtige Bauten wie das Wabengebäude oder das Vogelhaus sind gesichert und zum Teil saniert, es gibt eine Werkstatt, alternative Unterkünfte. Der Biomeiler, der für warmes Wasser der Wandheizung dienen sollte, hat sein Potential aufgebraucht und muss neu errichtet werden. Bis dahin hat Holz aus der Region die Aufgabe des Heizmaterials übernommen. Nach dem Winterbetrieb mit eingeschränkter Mannschaft stehen ehrgeizige Projekte an. Im späten Frühjahr soll mit der Einrichtung eines Waldgartens mit essbaren Früchten in Nieklitz begonnen werden. Die entsprechenden Voruntersuchungen sind angelaufen. Bis dieser Garten allerdings Früchte tragen kann, wird es Jahre dauern. Langfristig angelegt ist auch das Vorzeigeprojekt der Genossenschaft, der Bau eines „Earthships“, eines Null-Energie-Hauses. Da will man in diesem Jahr mit den Antragstellungen für die nötigen Förderungen einen wichtigen Schritt vorwärts kommen. Angeboten werden Natur-Yoga-Kurse genauso wie politische Diskussion über die Organisation in Gruppen. Gemessen an den Zielen der Biosphäre hat die Genossenschaft schon Ökologisches geleistet, in dem sie das von Verfall und Plünderung bedrohte Zukunftszentrum gerettet hat. Ob es für das Partnersiegel reicht, wird auf der Vergabesitzung Mitte April entschieden. Das gilt dann auch für die Wiederholungstäter. Zu ihnen gehören Ursula Grohmann und Andreas Wandtke-Grohmann, die im Zarrentiner Stadtteil Neuenkirchen das Himmel-Erden-Haus betreiben. Hier werden als Partner der Biosphäre Tanzkurse angeboten, trifft sich die Feldenkrais-Gruppe, gibt es Workshops.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen