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Hagenower Kreisblatt

24. Oktober 2017 | 04:30 Uhr

Wittenburg : Generationswechsel im Chefsessel

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Herwig Paetow (66) hat die von ihm mit viel Fleiß vor 26 Jahren aufgebaute Elektro-Firma nun an seinen Sohn Thomas (46) übergeben

von
erstellt am 20.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Über ein Vierteljahrhundert lang erfolgreich eine Firma zu führen, bedarf nicht nur viel Herzblut, sondern auch Fachverstand und Liebe zur handwerklichen Arbeit. Herwig Paetow ist aus einem solchen Holz geschnitzt. Vor 26 Jahren habe er nach unzähligen schlaflosen Nächten die Selbstständigkeit gewählt, erzählt der gebürtige Schwechower rückblickend, der jetzt die Firmengeschicke in die Hände von Sohn Thomas gelegt hat.

„Ich war bis zuletzt Elektriker in der Molkerei in Wittenburg. Als sie pleite ging, das war 1989/90, gab es für mich nicht sonderlich viele Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eigentlich gar keine“, erinnert sich der 66-Jährige. Die Wende sei für ihn rund 20 Jahre zu spät gekommen, resümiert er. Also habe er in den alten Räumen der Molkerei begonnen, den Markt für sich zu erobern. Als die schließlich abgerissen wurden, sei er 1994/95 mit seiner Ein-Mann-Firma  in den Pappelweg 19 umgesiedelt, wo er auf rund 230 Quadratmetern ein neues Ladengeschäft für Haushaltsgeräte und Lampen sowie einen Elektro-Installationsbetrieb angesiedelt habe.

„Als ich damals anfing, hätte ich nie geglaubt, wie schwer es ist, sich am Markt zu behaupten. Die ersten fünf bis sechs Jahren waren relativ hart, um sich einen festen Kundenstamm aufzubauen. Hier bin ich Dr. Oetker in Wittenburg und der Kartoffelveredlung in Hagenow unendlich dankbar, dass sie an mich glaubten. 1994 konnte ich sogar eine Außenstelle in Schwerin eröffnen, wo wir hauptsächlich für Wohnungsgesellschaften tätig sind.  Mittlerweile werden wir nachgefragt, haben einen festen und treuen Kundenkreis und leben von der Mundpropaganda. Wir arbeiten weitestgehend um den Kirchturm herum, also Wittenburg, Hagenow, Schwerin und deren Dunstkreise“, berichtet Paetow, der aber auch sofort betont, dass ein Zurücklehnen und sich auf Erreichtem-Ausruhen für ihn nicht in Frage kämen. „Man muss immer auf der Hut sein, darf nichts für gegeben nehmen.“

Dieses Motto kennt  auch Sohn Thomas bereits seit seiner Jugend zur Genüge. Er habe einen gesunden Respekt, aber keine Angst vor der nun übernommenen Verantwortung, gesteht er im SVZ-Gespräch.  „Ich wusste ja, auf was ich mich einlasse und  bin praktisch in das Familienunternehmen, das ja auch meine Mutter Christa zeitweise in buchhalterischen Angelegenheiten unterstützt hat, reingewachsen. Für mich war eigentlich schon immer klar, dass ich die Firma eines Tages von meinem Vater übernehmen werde“, erklärt der 46-Jährige, dessen Wiege in der Motelstadt stand. Er ist Schiffsbetriebsschlosser mit Abitur, hat einst bei der Hochseefischerei in Rostock gelernt.

„Das Ladengeschäft betreue ich schon seit 1994 eigenverantwortlich“, berichtet der junge Mann, der seit Jahresanfang nun Chef von neun Mitarbeitern ist. Alles gute Leute, wie er versichert. „Wir ziehen alle an einem Strang.“

Wo er sich denn in zehn Jahren sähe?, wollen wir noch wissen. „Hoffentlich immer noch hier. Wenn es geht, genauso gut wie heute, vielleicht sogar noch ein bisschen besser.“ Thomas Paetow macht auch kein Hehl daraus, dass er sich etwas vergrößern wolle. „Wir suchen deshalb weitere Mitarbeiter für die Elektro-Installation im Handwerksbereich.“

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