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68. Jahrestag der Befreiung des KZ Wöbbelin : Generationen gegen das Vergessen

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Aus Anlass des 68. Jahrestages der Befreiung des KZ Wöbbelin und des Endes der Todesmärsche finden in der Zeit vom 1. bis 3. Mai Gedenkveranstaltungen statt. Viele Gäste aus dem In- und Ausland werden erwartet.

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erstellt am 22.Apr.2013 | 10:16 Uhr

Wöbbelin | Aus Anlass des 68. Jahrestages der Befreiung des KZ Wöbbelin und des Endes der Todesmärsche finden in der Zeit vom 1. bis 3. Mai Gedenkveranstaltungen statt. Studenten der Rostocker Hochschule für Musik und Theater HMT gestalten ein Konzert, Schülerinnen und Schüler sprechen mit Überlebenden.

Das Außenlager Wöbbelin des Konzentrationslagers Neuengamme wurde erst im Frühjahr 1945 errichtet und existierte nur zehn Wochen. Ab Februar 1945 sollten KZ-Häftlinge des KZ Neuengamme ein neues Kriegsgefangenenlager errichten. Sie wurden im Holzbarackenlager "Reiherhorst" untergebracht und zum Bau des neuen Lagers eingesetzt. Vermutlich Anfang April wurden einige der KZ-Häftlinge in das noch unfertige Lager überstellt. Die Bedingungen im Konzentrationslager Wöbbelin waren katastrophal. Als die Alliierten Deutschland besetzten, wurde das noch unfertige Lager ab Mitte April zum Auffanglager für weitere Transporte aus anderen Konzentrationslagern. Von den ca. 5000 KZ-Häftlingen aus 20 Nationen kamen mehr als 1000 an den Folgen von Misshandlung, Erschöpfung und Hunger ums Leben. Der Gedenkplatz am ehemaligen Lagergelände des KZ-Außenlagers erinnert seit 2005 an die Opfer aus vielen Nationen, in der Mehrheit Franzosen, Holländer, Russen, Polen und Belgier.

Deshalb sind die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin ein Ort mit einer europäischen Dimension und ein Ort der historisch-politischen Bildung. 68 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wollen wir an die Geschehnisse und an das Leiden der Menschen erinnern und der Opfer in würdiger Form gedenken. Deshalb laden der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust- Parchim e. V. und der Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin e. V. am 1. und 2. Mai 2013 zur Internationalen Begegnung der Generationen nach Wöbbelin und Ludwigslust ein.

Anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin werden viele Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. Überlebende aus Frankreich, Belgien, Polen, den USA und der Slowakei und Deutschland sowie viele Angehörige von Opfern, vor allem aus den Niederlanden, Belgien und der Ukraine haben ihr Kommen angekündigt.

Neben dem Gedenken werden Gespräche mit den Zeitzeugen im Mittelpunkt stehen. Bereits ab Mitte April wird die Sonderausstellung "Die Gesichter des KZ Wöbbelin" im Museumsgebäude in Wöbbelin gezeigt. An diesem Kunstprojekt haben 2012 viele Jugendliche im Rahmen des regionalen, des internationalen Workcamps und verschiedener Workshops an dem Modell und der Skulptur mitgewirkt.

An die Geschichte des Ortes und an das Leiden der Opfer wird in den Gedenkveranstaltungen am 1. Mai um 17 Uhr am Museum in Wöbbelin und um 11 Uhr an der KZ-Gedenkstätte ehemaliges Lagergelände an der B106 erinnert. Am Nachmittag des 2. Mai gestalten Studenten der Hochschule für Theater und Musik Rostock im Saal des Zebef e. V. ein öffentliches Gedenkkonzert, zu dem auch alle Ludwigsluster eingeladen sind.

Am Vormittag des 3. Mai finden Gesprächsrunden mit Überlebenden in Schulen in Ludwigslust, Hagenow, Parchim und Schwerin statt. An allen Tagen präsentieren Schüler des Kreises Forschungsarbeiten und Ergebnisse des Projektes in den vielfältigsten Formen, u. a. in Sonderausstellungen an verschiedenen Orten.

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