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Wittenburg : Gemeinsam über den Tellerrand schauen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Veranstaltung im Gemeindezentrum bringt fremde Kulturen zusammen

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 16:27 Uhr

Amal hat alles im Griff. Die 36-Jährige aus Syrien hat heute das Sagen in der Küche. Gemeinsam mit ihren Helfern steht sie seit um 12 Uhr am Herd. Es wird geschnippelt, gebraten und gekocht, dekoriert und angerichtet. Sie bereiten traditionelle Gerichte aus ihrer Heimat zu, die am Abend beim gemütlichen Beisammensein im katholischen Gemeindezentrum serviert werden.

Schon bei den Vorbereitungen haben Walter Heckmann von der katholischen Kirchengemeinde Wittenburg und die Flüchtlinge viel erlebt und Spaß gehabt. „Wir haben uns mit Händen und Füßen verständigt und Bilder gemalt, damit sie sich hier in der Küche zurechtfinden. Irgendwie mussten wir miteinander reden, ich kann kein Englisch und die Flüchtlinge kein Deutsch“, erzählt der Wittenburger und lacht. Zuvor ging es zum Großeinkauf nach Hamburg in einen arabischen Supermarkt. „Hier haben sie alles gefunden, was sie für ihre traditionellen Speisen benötigen“, weiß Waltraud Eilers, die die Flüchtlinge den Tag über begleitete und schon viel über ihre Kultur lernte. Wichtig sei beispielsweise, dass das Fleisch halal, also rein, sein. Ähnlich wie beim koscheren Fleisch im Judentum, dürfen im Islam nur Tiere gegessen werden, die nach bestimmten Riten zubreitet werden.

Die Idee hinter der Veranstaltung war, Menschen aus nah und fern an einen Tisch zu bekommen, um sich und ihre Traditionen kennenzulernen. Unter dem Motto „Ein Licht für dich und mich“ luden die Pastoren Martin Waak und Bernhard Angrick zuerst auf den Marktplatz zum „Lebendigen Adventskalender“. Rund 150 Menschen folgten der Einladung. Gemeinsam sangen sie Weihnachtslieder unter dem Tannenbaum und bildeten anschließend eine Lichterkette um den Markt, die dann durch die Straßen durch Wittenburg zog. „Das Licht zünden wir für Menschen an, die auf der Flucht waren und sind“, erzählt Pastor Martin Waack. Doch das Licht sei auch für diejenigen, die in der glücklichen Lage seien, in einem sicheren Land zu leben und eine Heimat zu haben.

Mit Kerzen und Laternen in der Hand endete der Rundgang durch die Stadt am Gemeindezentrum. Hier wartete Amal mit ihren Helfern bereits auf die Gäste. Liebevoll angerichtet präsentierten die Köche ihre kulinarischen Speisen – mit Erfolg: Die verschiedenen Salate, das eingelegte Hühnchen oder auch die geröstete Aubergine mit Joghurt und Limone gaben nicht nur Einblicke in fremde Traditionen, die Speisen brachten zudem zwei fremde Kulturen an einen Tisch, um sich kennenzulernen.

>> Weiter Artikel zu der aktuellen Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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