Boizenburg/Lübtheen : Gemeinsam gegen Rechts

Ein tolles Beispiel für den Erfolg von „Demokratie Leben!“ stellen die Jugendlichen des Elbkahntheaters dar.
Ein tolles Beispiel für den Erfolg von „Demokratie Leben!“ stellen die Jugendlichen des Elbkahntheaters dar.

Über das Bundesprojekt „Demokratie Leben“ haben Boizenburg und Lübtheen viele Aktionen auf die Beine gestellt

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17. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Es war etwas, das bei vielen Aktionen in den Städten Boizenburg und Lübtheen einfach nicht fehlen durfte: Der Hinweis auf die Förderung durch das Bundesprojekt „Demokratie Leben!“.

Auch Boizenburgs Stadtjugendpflegerin, Elke Rudolf, war immer darauf besonnen, diesen Zusatz nie unerwähnt zu lassen. Sie weiß allerdings auch ob der großen Vorteile, die die Stadt durch das Programm hatte. Das Elbkahntheater, der „Fair Friday“, der Kino Club oder aber die „Willkommensinitiative“ sind da nur ein paar Beispiele, die Elke Rudolf spontan einfallen, wenn sie an „Demokratie Leben!“ denkt.

Diese Rückbesinnung ist dabei nicht nur rein zufälliger Natur. Die erste Förderperiode des Bundesprogramms, die seit dem Jahr 2015 währte, geht nämlich zu Ende. Und nun sind sowohl Elke Rudolf wie auch Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke bestrebt, einmal reflektierend zu betrachten, was die Stadt Boizenburg eigentlich alles durch das Programm gewonnen hat.

Hierbei stellen sie zu allererst klar: „Geht es um das Programm, darf man Boizenburg und Lübtheen nie trennen. Es haben immer beide Städte daran partizipiert.“

Beide Städte hatten damals nämlich ein identisches Problem: Eine relativ aktive, rechte Szene. Damals bedeutet für Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke allerdings auch die Zeit weit vor dem Jahr 2015. „Schon Anfang der 90er Jahre gab es NPD-Demos gegen Asylbewerber und auch in den 2000ern stand Boizenburg mehrfach in Verfassungsschutzberichten“, erinnert sich der Verwaltungschef. Deswegen war er auch froh, als aus dem Landkreis der Tipp zu einer möglichen Teilnahme an einem Bundesprogramm kam. „Toleranz fördern. Kompetenzen stärken, hieß das damals“, erklärt Elke Rudolf, den Vorgänger zu „Demokratie Leben!“, dem Boizenburg und Lübtheen gemeinsam im Jahr 2011 beitraten.

Seitdem wurde viel auf die Beine gestellt, das in einer sehr unterschwelligen Art und Weise zeigen sollte, wie gut Demokratie ist. „Es geht da immer um das Miteinander. Alles das, was dem dient, kann einem Rechtsruck entgegenwirken“, ist sich Harald Jäschke sicher.

„Wir haben einen Haufen Projekte dank des Programms unterstützen können und es hat sich sehr positiv entwickelt“, freut sich Lübtheens Bürgermeisterin, Ute Lindenau. Als Beispiel ist hier unter anderem das „Jessenitzer Aus- und Weiterbildungswerk“ zu nennen.

Es hat im Zuge des Programms allerdings auch immer Zusammenkünfte gegeben, wo zum Beispiel Kindergarten-Kinder sahen, was Senioren so machen und andersrum. „Es ist immer sehr beeindruckend zu sehen, wenn Kinder mitbekommen, wie schwer es ältere Menschen hatten, als diese in dem Alter der Heranwachsenden waren“, schildert Harald Jäschke Erfahrungen. Alles in allem sind hierbei fast 500 000 Euro Fördermittel seit dem Jahr 2015 in die unterschiedlichsten Projekte geflossen.

Harald Jäschke weiß bei dieser Summe allerdings auch, dass Geld nicht alles ist. „Es muss auch immer Menschen im Ehrenamt geben, die diese Nachricht von demokratischen Werten weiter transportieren“, lautet diesbezüglich die Meinung des Bürgermeisters.

Genau deswegen soll mit dem Ende der Förderperiode in diesem Jahr auch noch lange nicht Schluss sein mit „Demokratie Leben!“. „Die Anträge auf die zweite Förderperiode sind gestellt und wir warten auf Antwort“, erklärt Elke Rudolf den Stand der Dinge. Die Stadtjugendpflegerin hofft dabei ebenso wie der Bürgermeister, dass sich wieder viele Menschen finden werden, die die mögliche finanzielle Förderung auch mit Leben füllen.

Sie sieht in der Initiative in den Städten Boizenburg und Lübtheen derweil nur den kleinen Keimling, der für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern, ja sogar die ganze Republik, nur Vorteile bringen kann: „Wenn sich Jugendliche, die sich hier durch das Bundesprogramm den demokratischen Werten verschrieben haben, dazu entschließen, wo anders hinzugehen und dort dann weiterhin so leben, kann das doch nur gut sein.“

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