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Wir in Setzin : Zu Besuch bei Kochs

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Familie macht Setzin über die Grenzen hinaus bekannt. XXL-Ostfriese auf Stippvisite

von
erstellt am 18.Mai.2016 | 09:28 Uhr

Wenn Gisbert Koch auf die Koppel geht, kommen sie angelaufen mit ihren wallenden Mähnen. Ob erst wenige Tage alt oder schon Jahrzehnte treuer Begleiter, alle wollen ihn begrüßen. Und mit jedem Tier verbindet der Setziner eine Geschichte. Das Fohlen, das drei Tage nach der Geburt nicht aufsteht und mit der Flasche umsorgt werden muss. Die Stute, die auf der Weide vergiftet wird und knapp überlebt. Der Hengst, den er „aus der Scheiße geholt hat“. Alle haben sie einen Platz in seinem Herzen. „Wenn man erstmal ein Shetty hat, gehört es zur Familie“, sagt auch seine Frau Elisabeth Koch.

Der Zufall führt sie 1991 nach Setzin. „Mein Mann ist durch die Gegend gefahren“ auf der Suche nach einem Gehöft, erinnert sie sich. Als ihr Gisbert dann den Hof in der kleinen Gemeinde entdeckt, steht sofort fest, „den nehmen wir“. Heute begrüßen dort Pfauen lautstark den Besucher, dazwischen die großen weißen Hütehunde, Katzen, Wellensittiche, Hühner, Emus... und die Shettys. „Unsere Lütten“, wie die Familie ihre über 100 Shetland-Ponys nennt. Sie machen Setzin über die Grenzen hinaus bekannt und locken Prominente wie den Pferdeflüsterer Tamme Hanken in den kleinen Ort.

Dabei fängt alles ganz klein an. Der gelernte Schmied Gisbert Koch sattelt auf Landwirtschaft um, betreibt jahrelang Turniersport mit Großpferden. Bis dem heute 70-Jährigen die Gesundheit dazwischen funkt. Weil sie besser zu händeln sind, setzt er auf die robusten, charakterstarken und umgänglichen Shetlandponys. Zehn bringen er und seine Familie nach der Wende mit auf den Hof in Setzin. Für die Kochs ist damals klar, sie brauchen Platz, Ställe und die Nähe zum Landgestüt in Redefin. Denn ihre Herde wächst. Mittlerweile kommen dort jedes Jahr 20 Fohlen zur Welt. Und „immer wenn etwas in Sachen Pferde los ist, sind wir dabei“, sagt Tochter Liane Rapp. Sie hält selbst 20 Shettys. „Die Leidenschaft ist übergeschwappt.“

Turniere, Fahrprüfungen, große Schauen – als Vorsitzender der 100 Mitglieder starken Interessengemeinschaft Shetlandpony MV stellt Gisbert Koch seit 1995 vieles mit auf die Beine und holt Pony-Freunde aus vielen Nationen in die Region. „Keiner hat sonst so ein Ambiente“, sagt er zum Gestüt in Redefin. Das nächste Mal sind sie dort am 28. und 29. Mai bei der LebensArt anzutreffen.

Als 2010 der bekannte Pferdeflüsterer Tamme Hanken bei ihm auf dem Hof steht, entdecken beide ihre Wellenlänge. „Sie haben dasselbe Mundwerk“, sagt Gisberts Tochter Liane Rapp. Der XXL-Ostfriese habe ein kleines „Pünktchenpferd“ gesucht, und es in Setzin gefunden. Seitdem besucht er öfter die Region.

Und warum gerade Shetland-Ponys? Die Tiere mit schottischem Ursprung seien robust, so Gisbert Koch. Außerdem sind sie „umgänglich und sehr treu“. Ein Leben ohne sie? „Nö“, sagt er. Er möchte noch über hundert werden und so lange es geht, mit seinen Shettys auf dem Hof in Setzin leben.


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