Wir in Hagenow : Wie ist die Stadt Hagenow für die Zukunft aufgestellt?

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Bürgermeister Thomas Möller erläutert im SVZ-Gespräch seine Vision von der Stadtentwicklung, Fraktionen geteilter Meinung

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20. Juni 2016, 12:00 Uhr

Bürgermeister Thomas Möller entwickelt im Gespräch mit dem Hagenower Kreisblatt seine Vorstellung über die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Dabei geht es um die Frage, in welche Richtung sich die Kommune entwickeln soll?

„Ich wünsche mir, dass Hagenow eine Bestandteil des Städtedreiecks Hagenow, Wittenburg, Boizenburg in touristischer Ausrichtung vor allem im Hinblick auf das in Wittenburg geplante Factory-Outlet-Center wird. Ich möchte, dass wir hierbei eine ernst zu nehmende Stellung einnehmen und die Entwicklung als Chance sehen, den Namen der Stadt weiter bekannt zu machen. Grundsätzlich befürworten wir die Ansiedlung des Outlet-Centers in Wittenburg“, sagte Möller.


Mehr Einwohner sind für Kommune wichtig


Wichtig seien für die Entwicklung der Stadt steigende Einwohnerzahlen vor allem mit jungen Familien. Junge Menschen kommen aber nur hier her, wenn sie Arbeit haben. Deshalb sei es eine Zielrichtung der Verwaltung, so Möller weiter, offensiv mit den Gewerbeflächen umzugehen, und die Flächen über den Verbund in der Metropolregion Hamburg stärker als bisher zu bewerben.

„Erste Ansätze sind gemacht, es gibt erste Anfragen, und wir wollen sehen, wie sich das entwickelt“, so Möller. Im Hinblick auf die Ausweisung von Eigenheimstandorten macht Thomas Möller auf den B-Plan Nr. 7 in Hagenow Heide, Sportplatz, aufmerksam. Ein zweiter Standort befinde sich am Ende der Teichstraße und ein dritter Bauplan in der Söringstraße. Zum größten Teil handelt es sich um private Flächen. Die Kommune führe recht gute Gespräche mit dem Amt Hagenow Land, wobei es um eine bessere Zusammenarbeit gehe. Speziell sollen u.a. Kapazitäten des Bauhofes gemeinsam genutzt werden. „Außerdem gibt es auch Gespräche zu anderen Verwaltungsbereichen im Amt, um zukünftig eine mögliche Zusammenarbeit auszuloten“, sagt Thomas Möller weiter. Was den Breitbandausbau betrifft, so sei u.a. vom Unternehmerverband an die Stadt herangetragen worden, dass hier dringend Handlungsbedarf bestehe.

„Für das Gewerbegebiet am Sudenhof gibt es relativ schnell eine Lösung, weil dort ein Glasfaser-Knotenpunkt steht, der jetzt durch unsere Initiative wieder entdeckt wurde. Ich denke, dass wir dort Lösungen anbieten können. Im Bereich Steegener Chaussee ist es komplizierter. Da sind wir mit den Unternehmen im Gespräch, was sie sich vorstellen können“, so Möller weiter, der abschließend darauf aufmerksam macht, dass er Hagenow gut für die Zukunft aufgestellt sieht, wenngleich noch viel Arbeit vor Verwaltung und Politik liegen. Der Bürgermeister mit der Stadtverwaltung ist die eine Seite der Medaille, auf der Hagenow steht. Die andere Seite sind die Fraktionen der Stadtvertretung, die im politischen Meinungsbildungsprozess die Interessen der Bürger vertreten. SVZ sprach mit den Fraktionsvorsitzenden, wie sie die Zukunftsfähigkeit der Stadt bewerten.


CDU: Eingeschlagener Weg ist bedenklich

Carsta Benzien, Hagenow
Carsta Benzien, Hagenow

Als Fraktionsvorsitzende der CDU sagte Carsta Benzien im SVZ-Gespräch: „Wir finden, dass der jetzt eingeschlagene Weg der Stadt mit Steuer- und Gebührenerhöhungen zu Lasten der Bürger für uns bedenklich ist. Das hatten wir bereits in unserem Haushaltsstatement zum Ausdruck gebracht. Wir befürchten für die Zukunft, dass wir keine Neuansiedlungen von Gewerbe bekommen, dass unser Gewerbegebiet Sudenhof so leer bleibt wie jetzt, mehr noch, dass Firmen abwandern. Als CDU werden wir aus der Opposition heraus dafür sorgen, Hagenow als Mittelzentrum nicht zu schmälern sondern vielmehr als attraktiven Standort zu erhalten. Es muss prinzipiell etwas passieren. Es kann nicht der Weg sein, Hagenow nur über Steuererhöhungen am Leben zu erhalten.“

Helga Lagemann, die Fraktionsvorsitzende der SPD sieht die Situation anders. Für sie sei die Stadt auf einem zukunftsweisenden Weg. „Hagenow ist ein lebendiges, wettbewerbsfähiges Mittelzentrum mit einer guten sozialen und ökomischen Infrastruktur, auf die noch draufgesattelt werden kann. Aus unserer Mitgliedschaft in der Metrolporegion Hamburg müssen wir noch mehr Potenziale heben, zum Beispiel bei der Vertacktung im öffentlichen Nahverkehr. Aber es gibt auch weitere Bedarfe, die die Stadt aus eigener Kraft realisieren muss. Es war schon in diesem Jahr sehr schwierig, den Haushalt auszugleichen. Dabei haben wir es geschafft, dass bei den so genannten freiwilligen Aufgaben in der öffentlichen Daseinsvorsorge nichts gestrichen wurde, wie u.a bei der Bibliothek, dem Museum, dem Schwimm Bad und der Festwiese.“

Dieter Opitz,  Hagenow, Altkreis LWL
Dieter Opitz, Hagenow, Altkreis LWL
 

Dieter Opitz, Fraktionsvorsitzender der Linken, sieht die Stadt gut für die Zukunft aufgestellt. „Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal einen ausgeglichenen Haushalt erarbeitet. Damit sind wir finanziell auf der richtigen Seite, zumal wir aus der Stadtvertretung heraus angeschoben haben, den nächsten Etat sehr früh verabschieden wollen“, so Opitz im SVZ-Gespräch. Die Linken hoffen, dass Hagenow dem Status als Mittelzentrum in den kommenden Jahren gerecht werden kann. So investiert die Kommune in die Bildung, in die Sanierung der Europaschule, und in die Kitas, die nach Meinung der Linken in kommunaler Hand bleiben sollen. „Wenn wir gut aufgestellt sein wollen, brauchen wir eine Großsportstätte. Ludwigslust macht uns das vor. Wir dürfen uns nicht abhängen lassen.“ Wichtig sei die Ansiedlung von neuen Firmen. Nach seinen Worten gibt es auf kulturellem Gebiet Nachholebedarf, so sollte es beispielsweise für das KON unbedingt eine Lösung geben. Die steuerliche Last sollte nach seinen Worten auf breite Schultern verteilt werden.

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