Wir in Moraas : Sport verbindet

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Seit 60 Jahren bringt der Verein SG „Traktor“ Moraas Jung und Alt in Schwung

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20. November 2015, 10:46 Uhr

Hier passiert einiges. Das sagt Kurt Kamrau ganz bestimmt. Die Schweißperlen rinnen ihm noch von der Stirn. Der Moraaser schätzt seine Heimat, das ruhige beschauliche Leben in der Natur auf der einen, das aktive Vereinstreiben mit vielen Sportsfreunden auf der anderen Seite. „Wir sind kein Schlafdorf“, davon ist der 72 Jahre alte Mann überzeugt. Die Sportgemeinschaft „Traktor“ Moraas von 1955 e.V. ist neben der Feuerwehr ein Knotenpunkt des gesellschaftlichen Lebens in dem Ort. Und das seit genau 60 Jahren.

„Wir wollen keine Weltmeister werden“, sagt Lothar Bornholdt, Vorsitzender im Verein. Das hier sei mehr als Sport, etwas zum Wohlfühlen, für die Geselligkeit. Viele unternehmen auch außerhalb der Sportgruppen etwas gemeinsam.

Ein wichtiges Anliegen in der Gemeinde: Man müsse für Jung und Alt etwas anbieten, sonst sei vor allem die Jugend weg, so Bürgermeister Dieter Quast. Ob Wirbelsäulengymnastik, Fußball, Kraftsport, Tischtennis, Bogensport, Linedance, Tanz oder Beachvolleyball – „Jeder kann hier seinen Interessen nachgehen“, sagt Lothar Bornholdt. Für die 114 Mitglieder aus Moraas, Ludwigslust, Wittenburg, Hagenow, Schwerin und für künftige neue Sportsfreunde versucht der Verein die Beiträge mit fünf Euro im Monat „moderat“ zu halten. Das ginge aber nur durch Sponsoren, die große Unterstützung durch den Kreissportbund und die vielen Helfer, die regelmäßig mit anpacken, wenn mal etwas zu sanieren, reparieren oder gestalten ist, so der Vorsitzende.

Einen Umbruch in der Vereinsgeschichte gibt es 1998, als Schwamm in der Kegelbahn alles zu kippen droht. Eine Sanierung wäre zu teuer gewesen. Und so beschließen die Mitglieder, einen komplett neuen Weg zu gehen. Ohne Kegeln, dafür mit neuen Sparten. „Alles stand auf der Kippe“, sagt Lothar Bornholdt. Aber der Verein sei Teil der Gemeinde, ohne ginge es nicht. Viele packen deshalb mit an, schaffen zum Beispiel mit großer Eigenleistung einen Sportplatz.

Eine Sorge bleibt jedoch. Das Durchschnittsalter der Mitglieder ist 50. Viele junge Leute ziehen nach der Schule weg, einige wechseln zu anderen Vereinen, wenn sie gut sind. Vor allem im Fußball soll der Kinder- und Jugendbereich wieder ausgebaut werden. Eine weitere Idee: eine Modellsport-Sparte aufzubauen. So oder so, „es muss Nachwuchs her“, sagt der Vorsitzende, der sich dadurch auch frischen Wind und neue Ideen erhofft. Auch für die Trainerposten. Als Anreiz bezahlt der Verein den Übungsleiter-Kurs.

„Der Verein ist toll. Wir sind ein gutes Team hier“, sagt Kurt Kamrau nach seinem Tischtennis-Match am Dienstagabend. Von nichts komme nichts. Man könne was tun und unter Leute.

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