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Wir in Greven : „Macht das alles noch Sinn?“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Der Geschäftsführer der Milchland Agrar GmbH Greven fragt sich, wie es weiter geht

Als Milchbauer hat es Wilfried Behncke zur Zeit nicht leicht. Wie viele seiner Kollegen macht auch der Landwirt mit jedem Liter Milch Verlust. Die Reserven sind so gut wie aufgebraucht. „Macht das alles noch Sinn? Sind Kälber wirklich noch die Zukunft“, fragt sich Wilfried Behncke. Sein Blick ist ernst. Nachdenklich.

Derzeit hält der Unternehmer aus Greven 1150 Rinder, davon 500 Milchkühe. Die Kühe stammen aus eigener Zucht: Männliche Kälber werden verkauft, weibliche zur eigenen Nachzucht behalten. Die Kälbchen bleiben 14 Tage lang in kleinen Hütten, den ersten Weidegang gibt es für alle Jungrinder ab einem halben Jahr, Milchkühe verbringen täglich sechs bis acht Stunden auf der Weide. „Zum Melken holen wir die Kühe zwei Mal am Tag in das Melkkarussell“, so Wilfried Behncke, der den Betrieb seit 1991 als Geschäftsführer leitet. Täglich produzieren seine Tiere 12  000 Liter Milch, 9  000 Liter pro Kuh im Jahr. 18 Cent – so viel bekommt das Unternehmen für einen Liter der weißen Flüssigkeit. Für 106 Liter könnte der Bauer einmal mit der Deutschen Bahn von Schwerin nach Hamburg fahren. Für die Rückfahrt würde es jedoch nicht mehr reichen. Abnehmer ist die Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft.

Als einer der größten Arbeitgeber in der Region beschäftigt Wilfried Behncke 20 Mitarbeiter und einen Lehrling. „Es ist gar nicht so einfach, guten Nachwuchs zu finden“, weiß der 58-Jährige. Ob in diesem Jahr ein neuer Azubi dazu komme, stehe noch nicht fest. „Es ist vergleichbar mit einer Abwärtsspirale“, fügt Herdenmanagerin Sylvia Falta hinzu. Man bräuchte moderne Technik, um einen Anreiz für gutes Personal zu schaffen. „Mit dem derzeitigen Milchpreis ist das derzeit jedoch nicht machbar.“

Der Betrieb befinde sich auf einem guten und modernen Stand. Viele Arbeiten werden von computergesteuerten Maschinen übernommen. Der größte Teil der Mitarbeiter arbeite in der Tierproduktion, so der Geschäftsführer.

Neben der Milcherzeugung verfügt die Milchland Agrar GmbH Greven aber auch über 1700 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 520 Hektar Grünland. „Wir bauen Raps, Gerste, Weizen, Roggen, Hafer, Futtererbsen und Mais an“, so Behncke. Das Getreide wird dann an den regionalen Landhandel verkauft.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 11:10 Uhr

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