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Wir in Bobzin : Gewerbegebiet auf Wachstumskurs

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Logistik, Metallbau, Schrotthandel: Bobzin setzt auf Wirtschaft und Unabhängigkeit

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Hohe Gewerbesteuereinnahmen, keine Schlüsselzuweisungen, freie Entscheidungen: Bobzin ist eigenständig und will es auch bleiben. Weil die kleine Gemeinde Anfang der 1990er Jahre die Gunst der Stunde nutzt, ist sie heute als einzige Kommune im Amt Hagenow Land nicht auf staatliche Zuschüsse angewiesen und damit weitgehend unabhängig.

Mit dem nötigen Glück im Gepäck schieben die Bobziner nach der Wende Pläne für ein Gewerbegebiet nahe der Landesstraße 04 an. Fünf Firmen schaffen dort heute Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft auf knapp fünf Hektarn Industriegebiet. Und es wächst stetig weiter. Zusätzliche vier Hektar stehen bereit, genauso potenzielle Interessenten.

Eine der ersten und mittlerweile größten Firmen in Bobzin ist Kähler Metallbau und Umwelttechnik (MK) mit der jüngeren Partnerfirma Metallverarbeitung Kähler (MVK), die heute zusammen 60 Mitarbeiter an dem Standort beschäftigen und hauptsächlich Schmitz Cargobull in Toddin und Brüggen in Lübtheen beliefern. Vor 25 Jahren gründet Landtechniker und Motorenschlosser Hans Kähler die Firma in Kuhstorf mit zwei Mitarbeitern. Damals noch unter anderem Namen. In den alten LPG-Hallen produziert er für Schmitz Cargobull.

Mit der Toddiner Firma wächst auch die Firma Kähler stetig. Auf der Suche nach einem neuen Standort stößt die Familie dann auf Bobzin nahe der Autobahn zwischen Wittenburg und Hagenow. „Wir haben damals einen Platz zum Wohnen und Arbeiten gesucht“, sagt Tochter Christin Kähler-Lemke, heutige Geschäftsführerin von MK. Mit Anfang 20 steigt die Wirtschaftsjuristin ins Familiengeschäft ein. Und auch ihr Bruder Tino Kähler wächst mit dem Betrieb auf, hilft damals schon in Kuhstorf mit. Nach einem Abstecher in die Industrie, findet er 2004 den Weg zurück ins Familienunternehmen. „Das stand für mich von Anfang an fest“, sagt der Maschinenbau-Ingenieur, der die 2006 gegründete Partnerfirma MVK führt. Während sich MK auf Umwelttechnik und die Zulieferung von Teilen für die Nutzfahrzeugbranche konzentriert, wurde MVK eigens für die Produktion von Rückwandrahmen für Lkw geschaffen. Weil die Nachfrage so groß ist, erweitert Tino Kähler 2015, investiert 2,2 Millionen Euro in eine neue 1600 Quadratmeter große Halle im Gewerbegebiet. Eine weitere Million könnte noch in diesem Jahr in den Maschinenpark der Firma MK fließen.

Direkt hinterm Areal der Kählers stehen weitere vier Hektar zur Erschließung bereit. „Wir sind dabei, diese zu vermarkten“, sagt Bürgermeister Axel Pamperin. Einen Interessenten gebe es schon. Und damit könnten weitere Gewerbesteuern fließen, womit die Gemeinde ihre Unabhängigkeit stärke, so Pamperin. Weil sie dadurch keine Schlüsselzuweisungen, also staatliche Zuschüsse, erhält, hofft sie, dass sie noch lange alleine existieren und entscheiden kann.

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