Wir in Lübtheen : Eine „unbekannte“ Sportart eroberte Lübtheen

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1968 brachte Csaba Mátraházi das Ringen in die Lindenstadt, Sportart ist ein fester Bestandteil geworden und auch nicht mehr wegzudenken

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08. November 2015, 20:26 Uhr

Leon Hahn will noch hoch hinaus. Der 12-Jährige aus Lübtheen trainiert drei Mal die Woche, am Wochenende stehen meist Wettkämpfe an. Sein großes Hobby ist das Ringen. Vor sechs Jahren begann er mit dem Sport in der Lindenstadt. „Ich habe erst Fußball gespielt, doch das war mir zu anstrengend. Dann wurde uns in der Schule gezeigt, wie man ringt und seitdem bin ich dabei“, erzählt der Junge. Nicht nur das sportliche Interesse spielt bei Leon eine große Rolle. Beim Training trifft er seine Freunde, bleibt in Kontakt mit anderen Sportlern. „Ich versuche, auf die Sportschule zu kommen und will noch viel erreichen.“ Auch Finn Niemann hat Freude am Ringen, vor allem die Wettkämpfe machen ihm Spaß. „Man kann hier seine Kraft zeigen“, erzählt der 10-Jährige, der zweimal die Woche zum Training auf das Gelände der Grundschule kommt.

Trainiert wird die C- und D-Jugend von Jens-Peter Sievertsen. „Ringen hat in Lübtheen schon eine lange Tradition“, erzählt Sievertsen. Häufig seien die Eltern seiner Sportler schon im Ringen gewesen. Der Sport wird über Generationen weitergeführt. Auch der Trainer blickt auf eine lange Ringer-Tradition zurück. „Ich habe in der fünften Klasse mit dem Training angefangen“, so der Lübtheener. „Und bin immer dabei geblieben. Der Sport hat mich begeistert. Ich habe hier so viel erlebt und so viele Freunde gefunden.“

Ringen war lange Zeit eine unbekannte Sportart in Lübtheen. Erst seit 1968 wird hier gerungen. Der ungarische Ringer Csaba Mátraházi, der damals nach Lübtheen zog, hat den Sport in die Lindenstadt gebracht. Lübtheen entwickelte sich rasch zu einer Ringer-Hochburg und zum offiziellen Nachwuchszentrum des Leistungssports.

Hunderte von Kindern und Jugendlichen erlernten hier das Ringer-ABC. „Einige, die bei uns angefangen haben zu trainieren, haben es bis zum Leistungssport geschafft“, erinnert sich Sievertsen.  Allein zwischen den Jahren 1969 bis 1990 wurden 21 DDR-Meistertitel und neun Einzelsiege sowie zahlreiche weitere Platzierungen erkämpft.

1997 trennte sich die Ringer-Abteilung vom SV Concordia und gründete den Ringerverein Lübtheen e.V. Derzeit sind rund 100 Ringer Mitglied im Verein, und fünf aktive Trainer geben ihr Wissen weiter. Seit 2002 hat der Verein auch wieder ein eigenes Domizil in der Stadt. Auf dem Gelände der Grundschule haben sie ihre Halle für den Trainingsbetrieb ausgebaut. Von montags bis freitags wird hier mehrmals täglich trainiert.  Nicht nur der Nachwuchs, auch die Männermannschaft beteiligt sich erfolgreich an Ligakämpfen.  Ihren größten Erfolg verbuchten sie im Jahr 2012 mit dem  Sieg in der Regionalliga Mitteldeutschland. Ein Jahr später schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

„Ein- bis zweimal im Jahr organisieren wir auch Wettkämpfe in Lübtheen“, erzählt Jens-Peter Sievertsen. Als Wettkampfstätte eignet sich die Hans-Oldag-Mehrzweckhalle auf dem Gelände der Schule. Eine Fangemeinde  mit rund 400 Zuschauern hält der Mannschaft die Treue. Aber die Lübtheener-Ringer sind  auch weit über die Stadttore hinaus bekannt und die Wettkämpfe werden von zahlreichen Interessierten aus der Region gern besucht. Was als unbekannte Sportart nach Lübtheen kam, ist heute gar nicht mehr wegzudenken. Der Ringkampf hat sich in all den Jahren zu einem festen Bestandteil der Stadt entwickelt.

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