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Wir in Pätow-Steegen : Die mit der nagelneuen Straße

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Pätow-Steegen hat als kleine Gemeinde in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich viel erreicht / Klares Bekenntnis zu Hagenow

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2015 | 17:14 Uhr

Wer als Fremder durch den Ortsteil fährt, nimmt meist an, dass Steegen sicher noch zu Hagenow gehört. Scharbow, Viez oder Granzin liegen als Ortsteile der Stadt schließlich viel weiter weg. Doch Steegen ist mit Pätow eigenständig und fuhr damit gut in den vergangenen Jahren. Das hat vor allem mit einem Projekt zu tun, für das die Gemeinde formal gar nicht zuständig war, die Sanierung der Kreisstraße. Seitdem zu sehen ist, was möglich ist, wenn neu gebaut wird, gibt es auch eine Menge Beobachter, ja sogar Neider. In der Tat ist Steegen das Beispiel dafür, wie sehr sich ein Straßendorf wandeln kann, wenn saniert wird. Doch es wäre ungerecht, alles nur auf Steegen und die Straße zu reduzieren.

Obwohl es in der Gemeinde keinen Laden zum Einkaufen gibt, keine Kirche, keinen Friedhof erfreuen sich die Dörfer in Sachen Lebensqualität hoher Beliebtheit. Das liegt vor allem an der direkten Nachbarschaft zur früheren Kreisstadt Hagenow. Man wohnt auf dem Dorf und kann doch die Vorzüge der Stadt nutzen, die gut per Fahrrad und für die Steegener sogar locker zu Fuß erreichbar ist.

Es gibt zwei Zahlen, für die Beliebtheit als Wohnstandort: In den letzten 25 Jahren sind in Pätow 21 Häuser neu gebaut worden, in Steegen waren es 22. Und als die Gemeinde vor wenigen Wochen begann, nahe der Bushaltestelle neue Bauplätze vorzubereiten, konnten sich Bürgermeister und Amt Hagenow-Land vor Anfragen kaum retten. Doch endlos wachsen kann die Gemeinde nicht, eine Bebauung in zweite Reihe ist nicht vorgesehen.

Auch wenn der Landkreis den Löwenanteil beim Straßenbau bezahlt hat, musste auch die Gemeinde ihre Anteile bringen. Dass sie das konnte und dennoch heute ohne Schulden dasteht hat im wesentlichen zwei Gründe. Sparsamkeit und vernünftige Einnahmen. Beide Dörfer sind keine reinen Schlafdörfer, es gibt etliche Gewerbebetriebe. Das beginnt bei der wichtigen Agrarvereinigung Toddin e. G. Pätow, führt über Terazzo & Naturstein Antonioli und hörte beim Autohaus Schaumann mit seinem Service für große Boote nicht auf. Elektro Frauen, die Kfz-Werkstatt Janzyk, die Malerbetriebe Schuldt und Oelze, Heizung und Sanitär Lamp, das Versicherungsbüro Leudolph und der Dachdeckerbetrieb Hayen gehören zur Gemeinde. Sie arbeiten mit ihren Angestellten natürlich nicht nur im Dorf, doch sie sorgen für Belebung und nicht zuletzt für Gewerbesteuern. Immerhin nahm die Gemeinde im laufenden Jahr 66 000 Euro ein. Das schaffen andere Gemeinden nicht.

Beide Ortsteile sind früh von der Vertretung gleichberechtigt behandelt worden. Pätow bekam viel früher als Steegen ordentliche Straßen und Gehwege im Dorf. Dann war Steegen dran, Pätow bekommt dafür im nächsten Jahr dann eine neue LED-Straßenbeleuchtung. Was nun noch fehlt, wäre eine ordentliche Verbindungsstraße, doch da gibt es wenig Hoffnung.

Viel besser sieht es im Dorfleben aus, es gibt zahlreiche Feiern über das ganze Jahr, meist im ebenfalls 2015 frisch sanierten Gemeindehaus mit guten Teilnehmerzahlen.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre würde nicht nur Bürgermeister Holger Maty mit seiner Gemeinde gern noch möglichst lange selbständig bleiben. Ob das nach 2019 noch gelingt, weiß angesichts der dann unklaren Finanzlage niemand. Für den Fall der Fälle ist das Ziel aber schon klar. Holger Maty: „Wir tendieren in unserer Zugehörigkeit ganz klar zu Hagenow.“

 

 

 

 







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