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Wir in Belsch (Teil 2) : Der lange Weg zur inneren Ruhe

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Beate Hermann aus Belsch beschäftigt sich seit 2008 mit Yoga, gibt auch Kurse und war anfangs gar nicht so begeistert von der indischen Heilslehre

von
erstellt am 23.Mai.2016 | 09:48 Uhr

Yoga ist schon lange kein Trend mehr, sondern eine Bewegung, die mittlerweile über fünf Millionen Deutsche regelmäßig praktizieren.

„Es besuchen mehr Frauen als Männer meine Kurse. Sie scheinen wohl offener zu sein für Neues“, weiß Beate Hermann zu berichten. Sie ist eine von etwa bundesweit 20  000 Lehrern. 2008 hat sie mit Yoga begonnen. Weniger, um Glaubensüberzeugungen zu finden, als deshalb, eigene, intensive Erfahrungen zu machen. Um Stress zu bewältigen und einfach runterzukommen, wie sie rückblickend gesteht. Dabei sei sie anfangs fast an der indischen Heilslehre gescheitert. „Als ich mich zur Yoga-Lehrerin ausbilden ließ, musste ich mich echt quälen. Ich hatte wenig Körperbewusstsein und war dementsprechend nicht begeistert“, gesteht die 48-Jährige im SVZ-Gespräch.


Körpertraining wird zur Lebensphilosophie


Sie schmunzelt einige Sekunden lang über ihre ersten leidvollen Erfahrungen. „Man wird gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Irgendwann wird das Körpertraining zur Lebensphilosophie. Der Blick auf die Dinge um einen herum ändert sich, ebenso die eigene Haltung. Man beginnt Verantwortung für sich selbst zu übernehmen“, verrät die gebürtige Redefinerin, die seit 1997 in Belsch lebt.

Die Einwohner von Redefin und Belsch respektierten, was sie mache, auch wenn es oft noch fragende Blicke gäbe. „Viele haben schon an meinen Kursen teilgenommen oder nehmen regelmäßig teil.“ Durchhalten laute dann aber die Parole, das baue Muskeln auf - und in gewisser Weise auch den Geist. „Den meisten meiner Schüler geht es vor allem darum, sich und ihrem Körper etwas Gutes zu tun.

„Ich glaube schon, dass Yoga Leute anzieht, die immer auf der Suche sind. Sich verändern wollen.“ Die zunehmende Selbstverantwortlichkeit im Berufsleben, das sich immer schneller drehende Hamsterrad eines jeden Einzelnen und die Überfülle an Reizen und Informationen, weckten in zahlreichen Menschen die Sehnsucht nach mentaler Regeneration und innerer Ruhe, sagt Beate Hermann nach kurzem Innehalten. So, als lausche sie einem Ton nach, den nur sie hören kann.


Yoga-Lehrerin toleriert auch Ablehnung


Mittlerweile toleriere sie auch Ablehnung, erzählt die junge Frau. Sie bietet in ihren Kursen viel Spielraum und Varianten, damit auch jeder den Raum hat, sich selbst zu finden. „Wenn dann tatsächlich mal jemand dabei ist, der mit Yoga so gar nichts anfangen kann, nehme ich das nicht mehr persönlich und stelle meine Fähigkeiten als Lehrerin in Frage. Ich akzeptiere es, ohne zu verurteilen.“

Dass Yoga auch mitunter therapeutisch wirken kann, glaubt Beate Hermann schon seit vielen Jahren. Auf jeden Fall stärke es die Verbundenheit zur Welt, resümiert die Fachfrau, während sie versonnen in ihrem Pfefferminztee rührt. Aus selbstgepflückten Blättern zubereitet, versteht sich. Und Beate Hermann ist felsenfest davon überzeugt, dass die Ruhe, die man beim Yoga finde, auch die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Entspannung bedeutet eben auch, die Spannungen abzubauen.

„Der Körper geht seinen eigen natürlichen Weg. Vor allem bei chronischen und psychosomatischen Beschwerden kann die indische Lehre oft Erstaunliches leisten. Das ist mittlerweile sogar wissenschaftlich nachgewiesen“, erklärt Beate Hermann. Ein Yoga-Meister habe mal gesagt, dass ein Gramm Praxis besser sei, als Tonnen von Theorie. Dem könne sie sich nur anschließen. „Das Wort Yoga bedeutet übersetzt so viel wie Einheit und Harmonie. Das Praktizieren schenkt mir mehr Energie, neue Vitalität, geistige Klarheit und Selbstvertrauen.“

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