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Wir in Wittendörp : „Damit werden wir uns sicher nicht beliebt machen“

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wittendörps Bürgermeister Bernd Ankele und das heikle Thema Wehrfusionen

von
erstellt am 17.Mai.2016 | 08:30 Uhr

Auf die Frage, ob das künstliche Konstrukt Wittendörp mit seinen 14 Ortsteilen nicht doch ein bisschen zu groß geraten sei, sagt Bürgermeister Bernd Ankele diplomatisch „Jain“. Es werde einfach nur zuviel gegeneinander gearbeitet, das mache die Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung oft so schwierig, gesteht der 62-Jährige weiter, der das Amt 2014 angetreten hat und bis 2019 auch noch bekleiden will. „Wir haben so viele Selbstdarsteller, die nicht bemüht sind auf die Leute zu hören, von denen sie gewählt wurden. Vieles wäre einfacher und leichter, wenn einige der elf Mandatsträger über ihren eigenen Schatten springen würden“, moniert Ankele, der aber auch stolz darauf ist, dass die Haushaltskonsolidierung der letzten Jahre erfolgreich gewesen sei. „Viele finanzielle Entscheidungen treffen wir mittlerweile wieder selber.“

Doch dann wird Ankele ernst. „Die Fusionen der Feuerwehren ist das große Thema der Zukunft. Damit werden wir uns sicher nicht beliebt machen. Aber wir können nun mal auch nichts mehr schönreden. Der Ausrüstungsstand einiger Ortswehren ist einfach nur noch schlecht. Wir mühen uns mit Fahrzeugen herum, die 40 bis 50 Jahre alt sind. Die Leute, die sie fahren, pflegen und bedienen, machen einen Top-Job. Aber irgendwann ist die Technik am Ende. Bestes Beispiel war der Brand des Rinderstalles in Drönnewitz. Das Löschfahrzeug stand mit kaputten Bremsen in der Werkstatt, war nicht einsatzbereit.“ Dieses Schreckensszenario drohe auch für die Zukunft im Gemeindegebiet, wenn nicht endlich gehandelt werde. Dennoch würden von einigen Kameraden unentwegt fragwürdige Feindbilder aufgebaut. Bewußt, wider besseren Wissens. „Keiner hat den Mut, die Grausamkeiten zu benennen, die notwendig wären, damit die Feuerwehren auch zukünftig handlungsfähig bleiben“, betont Ankele, der derzeit dabei ist, mit Kameraden, Wehrführern, Gemeindevertretern und Fraktionsvorsitzenden über dieses drängende Problem zu reden. „Wir wollen niemandem etwas überstülpen, sondern überzeugen. Das wird nicht überall auf Gegenliebe stoßen, muss aber leider sein. Um die Wehrfusionen kommen wir nicht mehr herum. Die Angst vor der Veränderung ist zwar noch vorherrschend. Wird sich aber, so hoffe ich, auch irgendwann wieder legen.“

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