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Wir in Belsch (Teil 1) : „Berüchtigt“ fürs Feiern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Belscher halten an einer Tradition fest und hoffen, dass das noch lange so bleibt

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 10:50 Uhr

Fürs Feiern war Belsch schon immer „berüchtigt“. Margitta Brandt kann sich noch gut an den damaligen Ruf der kleinen Gemeinde erinnern. Die gebürtige Lübtheenerin lebt mittlerweile mit Ehemann Horst-Rüdiger in Belsch und trägt mit dazu bei, dass das Dorf an einer Tradition festhält. Denn während sich immer mehr Gemeinden von ihrem Erntefest verabschieden, packen in Belsch noch viele mit an, um das „Highlight im Jahr“ nicht aussterben zu lassen.

„Das geht einfach so weiter“, sagt Margitta Brandt. „Wir sind da reingewachsen“, ergänzt Horst-Rüdiger, stellvertretender Bürgermeister. Er hätte es von seinen Eltern, und diese wiederum von den Großeltern übernommen. Seit er denken kann, putzt sich der Ort für die große Feier heraus. Rollten in den 1950er Jahren noch die geschmückten Pferdewagen durch die Straßen, sind es heute Traktoren, die jede Familie in ein anderes buntes Erntekleid steckt. Ein Anlass, der jedes Jahr viele Ehemalige zurück in die Heimat führt, aber auch Erntefest-Fans aus benachbarten Orten nach Belsch holt.

Ein wenig Angst, dass diese Tradition bald ausstirbt, hat Gisela Westphal schon. Sie gehört zu dem kleinen Festkomitee und stellt die Scheune ihres verstorbenen Mannes für die Party bereit. „Er wollte gern, dass dort etwas fürs Dorf gemacht wird“, erzählt sie. Als die Gaststätte irgendwann zu machte, ein Festzelt zu teuer war, räumte die Feuerwehr kurzerhand die Scheune aus. Mit vielen Helfern und Spendern renoviert die Gemeinde das Gebäude. Sie bauen Tresen und Tanzfläche und damit einen Ort für Veranstaltungen. Und der ist zum Erntefest mit 150 Leuten „rappelvoll“, sagt Margitta Brandt.

„Wir sind hier eine gute Gemeinschaft“, findet Gisela Westphal. Ihr Mann sei dort geboren, sie selbst zugezogen. „Ich mag geselliges Leben und möchte gerne etwas dazu beitragen.“ Einen Abend vor dem Fest basteln die Frauen die Erntekrone, die Männer schmücken die Scheune. Sie kaufen Getränke, Kuchen, es gibt Wildschwein, eine Hüpfburg für die Kleinen, einen Umzug am Nachmittag und abends Tanz. „Auf dem Dorf hat es schon immer mehr Spaß gemacht, als in der Stadt“, schwärmt Gisela Westphal. Alle hoffen nun, dass der Zusammenhalt so bleibt und die Jüngeren die Tradition eines Tages fortführen.

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