Aus Tessin und Kuhlenfeld : Auf dem Holzweg

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Das Familienunternehmen „Holzkontor Kuhlenfeld“ arbeitet seit 26 Jahren erfolgreich

svz.de von
26. Juni 2016, 17:25 Uhr

Das „Holzkontor Kuhlenfeld“ ist der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Tessin. Derzeit beschäftigt das Familienunternehmen 20 Mitarbeiter. 1990 wurde der Betrieb gegründet und ist aus dem „Schnittholzkontor Lübz“ hervor gegangen. Neben dem Ehepaar Hans-Dieter und Monika Lembcke arbeiten inzwischen auch die beiden Söhne Marcel und Kevin mit in der Firma. „Für unsere Söhne war es selbstverständlich, hier mitzumachen“, erzählt Monika Lemcke stolz.

Marcel Lembcke hat eine Ausbildung zum Zimmermann absolviert und Kevin Lembcke nach seiner Tischlerlehre noch Holzdesign in Hildesheim studiert.

„Natürlich gibt es auch Auseinandersetzungen“, verrät Monika Lembcke freimütig. „Wir Eltern sagen aber auch manchmal: ,Das ist jetzt einfach so.‘“ Sie sei sehr froh, dass die Söhne mitarbeiteten, schon allein wegen der vielen technischen Neuerungen. „Ich sage dann auch schon mal, das müsst ihr jetzt machen, ich begreife das nicht mehr.“

Das Schlimmste sei das neue EDV-Programm gewesen, erinnert sich Monika Lembcke, die zu DDR-Zeiten als Erzieherin in der örtliche Krippe gearbeitet hat. „Schwarz war plötzlich weiß.“ Eineinhalb Jahre hätten sie und ihre Mitarbeiter gebraucht, bis sie sich daran gewöhnt hatten. „Aber eigentlich ist das auch das Spannende, dass sich alles verändert“, stellt die gute Seele des Betriebes fest. „Dass man ausprobieren kann, ob die Angebote, die man erarbeitet hat, auch angenommen werden.“ Dabei seien die Mitarbeiter des Holzkontors der größte Schatz des Betriebes, weil sie sich ebenfalls immer wieder auf neue Produkte und die steigenden Ansprüche der Kunden einstellten.

Das Eingehen auf alles Neue scheint auch das Erfolgsgeheimnis des mittelständischen Unternehmens zu sein, das sich vor allem auf individuelle Lösungen für Carports, Terassen und Zaunanlagen spezialisiert hat. „Individualität ist unsere Stärke“, lächelt Monika Lembcke. Seit zwei Jahren werden im Betrieb auch Kisten und Paletten produziert, die inzwischen sogar ins Ausland geliefert werden. „Das läuft immer besser“, freut sich die Firmenchefin.

Angefangen hat das Holzkontor mit dem Verkauf von Bauholz, nun werden aber auch Fußböden geliefert und eingebaut, Fenster, Innentüren und auch der gesamte Trockenbau.

Die Söhne haben außer einem sicheren Arbeitsplatz und dem Recht zur Mitbestimmung zusätzlich noch etwas vom gemeinsamen Arbeiten mit den Eltern: „Es gibt hier keine Kita, noch nicht einmal eine Tagesmutter. Meine beiden Enkel gehen in Boizenburg in den Kindergarten.“ Und wie die meisten anderen Omas fahre Monika Lembcke oft los, um die Zwerge abzuholen. „Heute brauchen die Enkel Großeltern, sonst schaffen die Jungen das nicht“, sagt sie.

„Hier fahren alle Omas, um die Enkel abzuholen, weil viele von den Kindern ja in Hamburg arbeiten.“ Für die meisten, die sich in der Firma wegen einer Stelle vorstellten, sei das das entscheidende Argument - nicht mehr so weit fahren zu müssen und mehr Zeit für die Kinder zu haben. Es sei allerdings mittlerweile sehr schwierig geworden, geeignete Mitarbeiter zu finden.


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