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Hagenower Kreisblatt

24. November 2017 | 23:33 Uhr

Wittendörp : Gemeinde kassiert nächste Absage

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Land nimmt Zusage für zwei Feuerwehrautos überraschend zurück

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 20:55 Uhr

„Das ist eine Katastrophe für uns“, sagt Michael Dreyer, der Gerätewart der Feuerwehr in Drönnewitz. Er meint den letzten Bescheid aus dem Innenministerium, der besagt, dass die versprochenen Förderungen für zwei Feuerwehrautos in der Gemeinde Wittendörp quasi zurückgenommen wurden. In dem Schreiben heißt es, dass die Feuerwehren sowohl in Drönnewitz als auch in Boddin nur mit „Grundausstattung“ seien und deshalb die neuen Fahrzeuge nicht gefördert werden können. Gestern hatte sich das Ministerium für die genauen Gründe noch nicht geäußert, wird aber in den nächsten Tagen öffentlich Stellung beziehen.

Die plötzliche Absage rief jüngst den Bürgermeister auf den Plan. Mit Hilfe des Amtes in Wittenburg hatte er nun wegen der Fahrzeuge einen Widerspruch formuliert. „Wir wollten schnell reagieren. Was hier mit unseren Feuerwehrleuten gemacht wird, ist in meinen Augen eine Sauerei. Im Mai haben wir das Schreiben bekommen, dass das Geld vom Innenministerium fließen wird. Jetzt im Herbst soll das alles nicht mehr wahr sein. Wir sind enttäuscht“, sagt Bernd Ankele.

Enttäuscht hingegen waren wieder einmal auch die Gemeindevertreter von Wittendörp, die sich in der Sache nicht so richtig „mitgenommen“ sahen. In ihrer letzten Sitzung hielten sie Ankele vor, dass dieser nicht rechtzeitig informiert hatte. Nicht die Vertreter, nicht den Ortswehrführer und nicht den Amtswehrführer. Ankele entgegnet: „Wir wollten gleich etwas tun und direkt unseren Protest zum Ausdruck bringen. Es ging ja nicht darum, etwas zu verheimlichen“, wehrt sich der Bürgermeister. Zur Seite springt ihm hier die Verwaltungschefin im Amt Wittenburg Dr. Margret Seemann. „Herr Ankele hat uns gebeten gemeinsam mit ihm möglichst unverzüglich auf die Ablehnung zu antworten. Das ist sein gutes Recht. Und natürlich haben wir ihn unterstützt. Dass die Gemeindevertreter im Nachgang auch nochmals ihren Protest formulieren, ist doch legitim und schadet ganz sicher nicht. Im Gegenteil. Es ist gut, wenn sie gemeinsam für die Sache einstehen“, sagt Dr. Seemann.

Leidtragende sind derzeit in erster Linie die Feuerwehrkameraden in Drönnewitz und in Boddin, die jetzt scheinbar mit der alten Technik „weiterkämpfen“ müssen. „Das ist doch ein Unding. Unsere alte Kiste ist aus dem Jahr 1983, sie klappert an allen Enden. Im Aufsatz können die Männer sich nicht anschnallen, sehen durch den löchrigen Holzfußboden bis auf die Straße. Der Motor braucht pro Tankfüllung einen Satz Zündkerzen, der Verbrauch liegt bei 30 Litern pro 100 Kilometer. In der Garage haben wir alles mit Ölwannen und Kartons ausgelegt, um die Lecks aufzufangen. Das ist doch kein Zustand“, zählt Michael Dreyer in Drönnewitz die größten Mankos auf. Auf eine neue TÜV-Plakette im Frühjahr spekuliert er nicht.

Hilfe möge aus dem Ministerium kommen für eine Wehr, die sogar tagsüber einsatzfähig ist und im benachbarten Kreis Nordwestmecklenburg aushilft. Eine Katastrophe, dass die Förderung ausfällt einerseits. Eine wirkliche Katastrophe mit diesem Fahrzeug mag sich aber niemand ausmalen.

 

Kommentar von Mario Kuska: Schuldzuweisungen helfen nicht!
Immer wieder Befindlichkeiten. Der eine kann mit dem nicht, der nächste nicht mit dem anderen. Es ist das künstliche Konstrukt der Großgemeinde, das in Wittendörp immer die selben Probleme aufkommen lässt. Schuldzuweisungen helfen nicht, liebe Gemeindevertreter. Wie wäre es denn mit einer sachbezogenen und lösungsorientierten Diskussion, statt mit der „Bonbontüte vor Sitzungsbeginn“ für gute Laune sorgen zu wollen. Gute Vorarbeit in Ausschüssen müsste der erste Weg zu besseren Ergebnissen sein. Und auch mit der Verwaltung sollte man sich möglichst schnell und als gesamtes Gremium „gut stellen“, wenn es demnächst andere Resultate geben soll als Absagen. Im Sinne der Gemeinschaft und aller Anwohner sollte jeder sein Mandat ernst nehmen.

 

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