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Teldau : Gemeinde fordert Kampf gegen Motorradplage

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Dauerthema an der B 195. Polizei sagt regelmäßige Kontrollen zu. Unfallkommission will mehr als nur Schilder.

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 08:18 Uhr

Eigentlich kann Bürgermeisterin Angelika Voss Motorradfahrer gut leiden. Vor allem die, die mit schweren Maschinen und sinnigem Tempo daherkommen. Doch jetzt fordert die resolute Frau entschiedene Gegenmaßnahmen gegen die Motorradflut, die ab Frühjahr vor allem an den Wochenenden droht. Und die Schar der Biker jagt auf der B 195 zwischen Dömitz und Boizenburg auch direkt durch die Gemeinde Teldau. Täglich, in Spitzenzeiten können es schon mal Hunderte Biker pro Stunde sein, die sich die Fahrt über die extrem beliebte und vor allem kurvenreiche Strecke gönnen. Das Nachsehen haben die Einwohner, die sich schon wegen des Lärms einen Aufenthalt im Freien verkneifen. Und die Teldauer sind nicht allein mit dem Thema. Angelika Voss: „Es ist der Krach, der schon sehr weit zu hören ist. Selbst Anwohner aus Hinterhagen, das gar nicht an der Strecke liegt, haben sich schon beklagt. Und dann die Jagerei, denn an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten sich die meisten nicht. Das erleben wir oft genug in Vorderhagen. Hier muss etwas passieren. Am liebsten wäre uns, wenn man die Strecke für Motorradfahrer zeitweise sperren würde, damit die Bevölkerung mal aufatmen kann“, fordert die Frau, die auch noch Bürgervorsteherin des Amtes Boizenburg-Land ist. Doch das mit den Gegenmaßnahmen gegen den Ansturm der Motorradfahrer ist gar nicht so einfach. Die Polizei tue was sie könne, hatte Boizenburgs Revierleiter Fredo Kreft der resoluten Bürgermeisterin im Gespräch erklärt. Das, was an Kontrollen und präventiver Arbeit möglich sei, werde bereits getan und werde auch in diesem Frühjahr stattfinden. Jedoch könne die Polizei auch nicht jeden Tag an dieser Strecke kontrollieren.

Hinzu kommt, dass die beliebte Strecke durch zwei Bundesländer führt und die Gemeinde Amt Neuhaus eigentlich die Hauptlast der Beeinträchtigungen zu schultern hat. Nach etlichen schweren Unfällen ist gerade in den vergangenen Jahren sehr viel im präventiven Bereich getan worden. Seit Jahren „schmücken“ auffällig angemalte Rollstühle die gefährlichen Kurven, die Geschwindigkeit ist an vielen Stellen herabgesetzt. Und erst vor kurzem wurde einer der riskantesten Streckenabschnitte, der zwischen Pinnau und Tripkau, durch einen Neubau und Umverlegung der Straße entschärft. Nachteil der Aktion: Inzwischen ist dieser Abschnitt so schön zu fahren, das auch die schlechteren Fahrer noch weniger Gas wegnehmen müssen.

Mecklenburg hingegen ist nur auf Teilabschnitten direkt betroffen, zwischen Dömitz und Wehningen und dann im Bereich der Gemeinde Teldau bis nach Boizenburg. Dennoch sind diese Streckenabschnitte auch schon mehrfach Thema in der Unfallkommission des Landkreises gewesen, wie deren Chef Andreas Steuck gestern bestätigte. Gerade im vergangenen Jahr habe man in dem Bereich sehr viele verkehrsberuhigende Maßnahmen ergriffen. Konkret wurden auf großen Teilen der Strecke Tempolimits (meist 70 km/h) verhängt. Weitere Maßnahmen, z. B. Begradigungen von Kurven und Verlegen von Straßenverläufen, seien nicht ausgeschlossen. Doch eine Sperrung, wie es sie z. B. auf der westlichen Elbseite zwischen Hitzacker und Neu Darchau an Sonn- und Feiertagen gibt, hält Steuck als Verkehrsfachmann beim Landkreis bei der B 195 für extrem schwierig. Diese Sperrung im westlichen Teil hat im übrigen die östlich verlaufende B 195 noch attraktiver für Motorradfahrer werden lassen. Mehr als Kontrollen in beiden Bundesländern wird es somit in diesem Jahr zwischen Dömitz und Boizenburg wohl wieder nicht geben können.

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