Pätow : Gemeinde an Kreis: Baut endlich die Straße

Eindruck von einer der übelsten Rüttelpisten, die K 25 zwischen Steegen und Pätow. Hier sollte man langsam fahren.
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Eindruck von einer der übelsten Rüttelpisten, die K 25 zwischen Steegen und Pätow. Hier sollte man langsam fahren.

Pätow-Steegen will die katastrophalen Verhältnisse auf der K 25 rund um Pätow nicht mehr hinnehmen Einwohner stehen geschlossen hinter der Forderung

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15. September 2017, 12:00 Uhr

Normalerweise stellt eine Gemeinde keine direkte Forderung an den Landkreis. Doch Pätow/Steegen hat in Sachen Kreisstraße so die Nase voll, dass nicht nur Bürgermeister Holger Maty nun Klartext redet. „Löcher im Belag, massive Absenkungen sowie Abbrüche am Straßenrand prägen den desolaten Zustand. Eine Vertröstung durch den Beigeordneten Günther Matschoß auf das Jahr 2020 als Beginn der Planungen wird von Seiten der Bewohner nicht mehr stillschweigend hingenommen“, heißt es in dem Schreiben, dass unserer Redaktion vorliegt. Klare Forderung der Gemeinde: Schnellstmögliche Sanierung der Kreisstraße zwischen den Ortsteilen Pätow und Steegen sowie die Errichtung eines begleitenden Radweges mit Anbindung an die B 321 nahe Toddin.

Rückenwind aus der Bevölkerung gibt es dafür reichlich, wie Andreas Diehl aus Pätow berichtet. Er hat mit viel Aufwand 165 Unterschriften gesammelt. Die sollen nun möglichst bald im Kreistag an den Präsidenten Olaf Steinberg übergeben werden. Denn am Ende entscheiden die gewählten Abgeordneten über den Etat und damit auch über die Mittel für den Kreis-straßenbau.

Doch die Liste der Straßen, die dringend einer grundlegenden Sanierung bedürfen, ist sehr lang im Kreis.

Beispiel Setzin. Die Gemeinde hat gleich mit zwei völlig kaputten Kreisstraßen zu kämpfen. Da ist zum einen ein weiterer Abschnitt der schon erwähnten K 25 zwischen Toddin und Setzin. Und da wäre der Abschnitt der K12 von Körchow nach Setzin. Beide Pisten sind voller Flicken, abgesackt und in einem grausamen Zustand. Auch hier hat der Kreis vertröstet, es gibt noch nicht einmal Planungen.

Beispiel K 27 von Gammelin nach Luckwitz. Hier wird seit vielen Jahren gestritten, gibt es zum Teil einen Sommerweg. Diese Kreisstraße ist bei einer Sperrung der nahen Autobahn 24 sogar als Umleitungsstrecke vorgesehen. Wittendörps Bürgermeister Bernd Ankele hat angesichts des schlimmen Zustandes der Straße schonmehrfach laut darüber nachgedacht, eine Sperrung aus Sicherheitsgründen zu beantragen. Passiert ist das bisher jedoch nicht.

Der Landkreis war in dem Thema in den vergangenen Jahren immer ehrlich. Es fehle schlicht am Geld, erst wenn die Schulden des Kreises abgebaut seien, könne wieder investiert werden. Mit den Jahren soll es besser werden. Gleiches gilt für die Radwege an Kreisstraßen. Landrat Rolf Chrisiansen hat es mehrfach öffentlich abgelehnt, neue Schulden aufzunehmen, um zu investieren. Doch in den betroffenen Dörfern wird das ganz anders gesehen. Hier wird der Kreis daran gemessen, was er in Sachen Straßenbau auf die Beine stellt.

Die Gemeinde Pätow/Steegen will nicht mehr warten, sie macht Druck. Bürgermeister Maty erinnerte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung an die 23 schulpflichtigen Kinder, die allein in Pätow leben. Diese seien teilweise gezwungen, mit dem Fahrrad zur Schule nach Hagenow zu fahren. Das sei derzeit lebensgefährlich, zumal diese schlechte Straße auch als Umleitungsstrecke genutzt wird. Maty: „ Soll erst etwas passieren?“

Dazu kommt, dass ein neuer Radweg von Steegen über Pätow bis zur B 321 eine Lücke schließen würde, auch im Sinne der Hagenower. In Steegen selbst gibt es an der fast nagelneuen Kreisstraße 29 einen Super-Radweg. Auch von Toddin führt ein solcher in Richtung Pritzier zur Kreuzung nach Pätow. Wenn der Kreis hier bauen würde, dann hätte er seinen klassischen Lückenschluss.

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