Hagenows Grenadiere bereit zum Abmarch : Gelungene Operation "Muschtarak"

<strong>Befehlsausgabe </strong>des Patrouillenführers, in Afgahnistan wird das für die Soldaten zum täglichen Brot gehören. <fotos>Bundeswehr</fotos>
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Befehlsausgabe des Patrouillenführers, in Afgahnistan wird das für die Soldaten zum täglichen Brot gehören. Bundeswehr

Die 300 Hagenower Grenadiere sind nach zweiwöchiger Übung im Gefechtsübungszentrum in der Letzlinger Heide bereit für den Flug an den Hindukusch.

svz.de von
11. Juni 2012, 07:49 Uhr

Hagenow | Gut zwei Wochen waren 600 Soldaten der künftigen "Partnering and Advisory Task Force (PATF) Kunduz" im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Letzlinger Heide. Dort schlossen sie ihre einsatzvorbereitende Ausbildung ab. Darunter waren auch 300 Hagenower Grenadiere, an deren Spitze der Kommandeur, Oberstleutnant Andreas Kühne, der als stellvertretender Kommandeur der PATF und Ground Force Commander nicht nur seine Grenadiere führen wird.

Die PATF wird im Juli des Jahres neu aufgestellt und spiegelt die aktuellen Entwicklungen in Afghanistan wider. Wesentliche Aufgabe der PATF ist die vorrangige Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte in der eigenen Operationsführung. Somit wird ein weiterer Baustein in der Übernahme einer stärkeren Eigenverantwortung in Afghanistan geschaffen. So zumindest sagt es die politische Vorgabe.

Ebenfalls vor Ort war der stellvertretende Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41 und Kommandeur der PATF, Oberst Johannes Gerhard Derichs.

Zur PATF gehören auch eine Pionierkompanie, gestellt durch Panzerpionierbataillon 803 aus Havelberg und eine Aufklärungskompanie, gestellt durch Aufklärungsbataillon 6 HOLSTEIN aus Eutin.

Die Übung Muschtarak (Gemeinsam) war geprägt vom Ansatz, dass die eigentliche Operation durch die afghanischen Sicherheitskräfte geplant und geführt wird. Die PATF unterstützte hierbei mit den Fähigkeiten der Aufklärungskompanie, der Pionierkompanie und der Quick Reaction Unit (QRU) die durch die vierte Kompanie des Panzergrena-dierbataillon 401 gestellt wird.

An diese ungewohnte Situation müssen sich nicht nur die Grenadiere gewöhnen, die noch in ihrem letzten Einsatz 2010, eingesetzt als QRF, nahezu allein das Gefecht im Raum Kunduz geführt haben.

In der ersten Phase der Übung wurde der Stab in der Operationsplanung geschult und beübt. Auch hier war die Operation der afghanischen Sicherheitskräfte Grundlage aller Planung.

Während der Planung zeigte sich, wie die Zähne der einzelnen Stabszellen ineinander greifen und wo die gemeinsamen Schnittpunkte liegen. Wichtig war hier vor allem die Einbeziehung der Advisory Teams (AT). Diese Mentorenteams setzen sich aus deutschen, belgischen, ungarischen, amerikanischen und armenischen Soldaten aller Ebenen zusammen, welche unmittelbarer Bestandteil der PATF sind und die afghanischen Brigaden direkt beraten und begleiten.

Temporär wurde der Stab von Beratern unterstützt, welche noch vor wenigen Tagen in Afghanistan waren. Somit konnten aktuelle Informationen und Abläufe in die Planung einfließen.

Parallel zur Planungsübung durchliefen die Stabs- und Versorgungskompanie, die QRU, die Pionierkompanie und die Aufklärungskompanie unterschiedliche Ausbildungsstationen. In diesen wurden verschiedene zu erwartende Szenarien, vom Hinterhalt bis zum Entsatz (Befreiung), unter Berücksichtigung der ständigen Bedrohung durch improvisierte Sprengfallen (IED’s) geübt. Hierdurch wurden die Voraussetzungen für den zweiten Teil der Übung geschaffen.

In der zweiten Phase war der Schwerpunkt das Zusammenspiel zwischen den afghanischen Sicherheitskräften, den einzelnen Kompanien und dem Stab der PATF. Der Übungsdurchgang diente aber auch dem Kennenlernen. Das Panzergrenadierbataillon 401 ist zwar der Leitverband und stellt somit die Hauptkräfte für die PATF, dennoch kommt ein nicht geringer Teil aus den verschiedensten Verbänden und Standorten Deutschlands. In den für alle herausfordernden sechsmonatigen Einsatz muss man später gemeinsam eng zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen können. Schon Ende des Monats verlegen die ersten Teile des Bataillons an den Hindukusch.

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