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Hagenower Kreisblatt

17. November 2017 | 20:48 Uhr

Geldautomat hielt Sprengung stand

vom

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2012 | 05:29 Uhr

Der Serviceraum der Sparkassenfiliale Westmecklenburg-Schwerin in der Bahnhofsstraße glich gestern einem Trümmerfeld. Rücksichtlose Räuber hatten in der Nacht gegen 4 Uhr versucht, den Geldautomaten im Eingangsbereich zu sprengen. Die Wucht der Detonation war derart heftig, dass Türen aus den Angeln gerissen wurden, Wandfronten aus den Verankerungen kippten und fast alles Glas zersplitterte. Der Geldautomat war durch die Detonationskraft aus der Verankerung gerissen worden – doch der umfangreich gesicherte Automat hielt der ungeheuren Wucht stand. Der Inhalt der Geldkassette soll sich auf eine sechsstellige Summe belaufen haben, so Sparkassen-Gruppenleiter Bernd Lamprecht. Unmittelbar über dem Serviceraum, lebt und schläft eine dreiköpfige, junge Familie. Sie bemerkte von den Vorbereitungen für die Sprengung offenbar nichts, wurde dann durch die Detonation aus dem Tiefschlaf gerissen. Das junge Paar und ihr Kind blieben glücklicherweise unbeschadet.

Die seit gestern fieberhaft ermittelnden Kriminalisten der Schweriner Sonderkommission gehen derzeit einigen heißen Spuren nach. Es werde nach allen Seiten ermittelt. Dazu gehört auch die Sprengung eines Geldautomaten von vor 14 Tagen in Lübeck. Die Vorgehensweise war ähnlich, und auch dort mussten die Täter das Geld zurücklassen. Dass die Hinweise am Tatort in Eldena und von Zeugenaussagen nun als vielversprechend von den Spezialisten eingestuft werden, kann an der zurückhaltenden Information durch das gestern aktuell zuständige Polizeipräsidium in Rostock und die Ermittlungsbeamten vor Ort geschlossen werden. Von dort wurde informiert, dass durch die Tat ein Sachschaden von ca. 15000 Euro entstanden sei. Nach Informationen eines in unmittelbarer Nähe wohnenden Zeugen, wurden er und seine Familie um 4 Uhr von einem ohrenbetäubenden Knall wach. Bereits Sekunden später ertönte die Alarmanlage des Sparkassengebäudes. Als der Zeuge dort Fleuer bemerkte und zu Hilfe eilte, sah er das ganze Unheil. Er fand aber auch eine an der Austrittsöffnung brennende Gasflasche vor und einen Turnschuh, der in der Nähe eines kreisrund geborstenen Loches einer gepanzerten Außenscheibe brannte. Andere Zeugen wollen unmittelbar nach der Detonation einen schwarzen Mercedes mit quietschenden Reifen in Richtung Elde-Hubbrücke wegrasen gesehen haben.

Die Filiale wird sicherlich kommende Woche geschlossen bleiben. Sofern Kunden die SB-Einrichtungen anderer Kreditinstitute nutzen, werden die daraus entstehenden Kosten übernommen, informiert die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin.

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