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Hagenow : Gelber Sack: Massenhafter Missbrauch auf Kosten aller

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Fast 40 Prozent des Inhalts sind eigentlich Müll / Entsorger Alba stöhnt über Mehrbelastung seiner Teams

von
erstellt am 21.Mai.2015 | 14:08 Uhr

Alle 14 Tage wird er sichtbar - der Müll-Missbrauch im Landkreis. Dann werden die Gelben Säcke zur Abholung herausgestellt. Verpackungen aus Metall, Kunst- und Verbundstoffen sollen sie eigentlich enthalten, Saft oder Milchkartons, Folien. Doch in fast allen Säcken steckt vor allem Müll. Fast 40 Prozent, hat der Landkreis herausgefunden. Tendenz steigend. „Was wirklich in den Säcken drin ist riechen wir, wenn die Säcke in unseren Sammelwagen zusammengepresst werden. Dann weht ein widerlicher Geruch aus Verwesung und Fäkalien nach vorn“, berichtet der Alba-Chef in Hagenow, Michael Apelt. Seine Lader lassen die Säcke in begründeten Fällen zwar auch stehen, doch bei den anfallenden Massen ist der Missbrauch nicht zu verhindern.

Das Unternehmen Alba-Nord sammelt derzeit die Leichtverpackungen im Kreis ein, im Auftrag der Dualen Systeme. Die Zeiten, wo es nur den Grünen Punkt gab, waren einmal. Inzwischen gibt es elf so genannte Duale Systeme.

Wobei es dramatische Unterschiede zwischen den Dörfern und Städten und dort noch einmal zu konzentrierten Siedlungen gibt. Je anonymer, desto mehr Müll wird in die Gelben Säcke gekippt. 8000 Tonnen werden im gesamten Kreis pro Jahr eingesammelt, das sind 38 Kilogramm pro Einwohner vom Baby bis zum Greis. Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass die Säcke eigentlich federleicht sein sollen.

Der Landkreis, sonst in Sachen Abfall zuständig, kann das Ganze nur beobachten und darf die Stellplätze reinigen. Auch dort, meist bei Wohnblöcken, werden die Zustände immer schlimmer. Steffen Grünwaldt, Leiter des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes: „Wir reinigen schon zwei bis drei Mal in der Woche, doch das reicht nicht. Eigentlich müssten wir die Tonne abziehen, doch dann landen Gelbe Säcke und Müll an anderen Stellen.“

Kein Wunder, dass schon länger über ein Abschaffung des oft kritisierten Systems nachgedacht wird. Wertstofftonne könnte die Lösung sein, in Hagenow läuft schon seit Jahren ein Modellversuch. Ergebnis: Mit der Tonne sieht es nach außen hin besser aus, der Müllanteil ist aber gleich bis höher. Dennoch wird die Tonne über kurz oder lang kommen. Gründwaldt rechnet mit maximal drei Jahren, vielleicht auch eher. Das hänge mit politischen Entscheidungen im Bund zusammen. Es geht ums Geld, um die Verantwortung. Der Landkreis hätte die orange Wertststofftonne schon einführen können. Weil aber dann die Vermarktung der Wertstoffe ungeklärt ist, wäre der Kreis auf bis zu 500000 Euro zusätzlich sitzen geblieben. Geld, das auf alle hätte umgelegt werden müssen.

 

 

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