Ludwigslust-Parchim : Gelbe Tonne im Kreis? Eher nicht

remondis

Bisher gibt es keinen Ansprechpartner bei den zuständigen dualen Systemen . Geplante Umstellung ab 2019 ist aktuell nicht gesichert.

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01. März 2018, 05:00 Uhr

Eigentlich will der Landkreis im kommenden Jahr flächendeckend die Gelbe Tonne einführen. Doch danach sieht es im Moment nicht aus. Den Verantwortlichen fehlt für dieses ehrgeizige Vorhaben im Moment der Verhandlungspartner. Denn die Umsetzung liegt laut Gesetz in den Händen der Dualen Systeme. Doch die sind sich wegen neuer Regelungen völlig uneins. Der Landkreis hat daher schon einmal gewarnt. „Wir wissen nicht, ob die Gelbe Tonne im kommenden Jahr eingeführt werden kann, aber wir bleiben dran“, erklärte Steffen Grünwaldt, der Leiter des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes.

Die Erklärung wurde von den Mitgliedern des Betriebsausschusses Abfall des Landkreises mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen.

Dabei war man in den Fraktionen des Kreistages froh, als man sich im vergangenen Jahr auf die Gelbe Tonne geeinigt hatte. Der eigentliche Wunsch, die Einführung der Wertstofftonne, hatte sich zuvor bei geschätzten Mehrkosten von bis zu 700 000 Euro als nicht durchsetzbar erwiesen. Die Gelbe Tonne als quasi Ersatz für die ungeliebten Gelben Säcke hatte zumindest auf dem Papier den Vorteil, für den Landkreis kostenlos zu sein. Doch bezahlt wird die Aktion von den Dualen Systemen, und die haben nach Auskunft des Landkreises auf Anfragen bisher überhaupt noch nicht reagiert. Das hat auch der Abfallchef Steffen Grünwaldt bisher noch nicht erlebt. „Bisher war es immer so, dass die zehn Unternehmen, die ihr Geld aus dem Lizenzen für die in den Handel gebrachten Verpackungen bekommen, ein Unternehmen als Verhandlungspartner benennen. Wir haben auf unsere Fragen noch nicht einmal eine Antwort bekommen. Doch für eine derartige Aktion muss man zahlreiche Absprachen treffen. Mit jedem Tag, der verstreicht, wird es unwahrscheinlicher, dass wir zum neuen Jahr umstellen können.“

Mit dem Thema ist der Landkreis Ludwigslust-Parchim nicht allein, anderen Kreisen, auch in Mecklenburg-Vorpommern, geht es ähnlich.

Insgesamt wird es nach Schätzungen um 80 000 kleinere und gut 5 000 größere Tonnen gehen, die im Zuge der Umrüstung vom Gelben Sack im ganzen Kreis aufgestellt werden müssen. Nach Einführung des neuen Systems soll es dann keine Abholung der Gelben Säcke geben. Das soll auch der Ordnung und Sauberkeit dienen. Jetzt kann es sein, dass die Gelben Säcke noch weiter genutzt werden müssen. Da der Vertrag aber ausläuft, müssten auch die Abfuhr und Entsorgung der Säcke neu geregelt werden. Auch dafür braucht der Kreis einen Ansprechpartner.

Klar hingegen ist die Lage bei den aktuellen Zahlen des kreislichen Betriebes beim Einsammeln des Altpapiers. Diesen Teil hatte der Landkreis im vergangenen Jahr unter seine Fittiche genommen. Eingesammelt wurden insgesamt 14 700 Tonnen Papier und Kartonagen. Da dieser Rohstoff auch noch gut verwertet werden konnte, steht jetzt ein vorläufiger Gewinn des Abfallwirtschaftsbetriebes im Bereich von 400 000 Euro zu Buche. Stefan Lange, der Vorsitzende der Betriebsausschusses, mahnte dann auch gleich, dass dieser Gewinn dem Gebührenzahler zügig zurückzugeben sei. Für Grünwaldt eine Selbstverständlichkeit. Das, was man an Gewinn realisiere, werde zur Gebührenstabilisierung in anderen Abfallbereichen verwendet. Das sei von vornherein das Ziel der Aktion gewesen. Bisher sei das vollständig erreicht worden.

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