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Hagenow : Geheimniskrämerei um die Zukunft des Sports

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Verwaltungsspitze will nichts zum Beschluss der Stadtvertreter sagen. HSV sieht sich in Vorgehen bestätigt

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 20:45 Uhr

Großes Kopfschütteln in der Öffentlichkeit der Stadt Hagenow. Nach der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstagabend, ob die Ausschreibung für den Bau des Sozialgebäudes auf dem Sportplatz in der Parkstraße vorangebracht werden soll oder nicht, gibt es von Seiten der Verwaltung eine große Geheimniskrämerei. Bürgermeister Thomas Möller und sein Stellvertreter Roland Hochgesandt sind sich einig darin, nichts zu sagen. Ja, es gebe ein Ergebnis, das aber nicht erläutert und schon gar nicht kommentiert werde, weil es sich um eine nichtöffentliche Sitzung handelt, hieß es gestern von Beiden auf SVZ-Nachfrage.

Da die Sportplatzproblematik aber ein Thema ist, das viele interessiert, fragten wir nach, u.a. bei André Prielipp, Abteilungsleiter Fußball, stellvertretender Vereinsvorsitzender des HSV und Geschäftsstellenleiter. „Wir haben gehört, dass es auf der nichtöffentlichen Sitzung einen Beschluss gab, die Ausschreibung für den Bau des Sozialgebäudes in der Parkstraße zu stoppen. Daran haben wir als Verein auch einen Anteil. Auf der öffentlichen Stadtvertretersitzung davor wurde nämlich beschlossen, dass wir ein Konzept vorlegen, wie wir den Platz in der Parkstraße zukünftig nutzen wollen, wie das mit dem Kunstrasenplatz vorgesehen ist, und so weiter“, sagte er gestern auf SVZ-Nachfrage.

Der Beschluss, die Ausschreibung für das völlig überteuerte Sozialgebäude in der Parkstraße zu stoppen, wurde unserer Redaktion gestern auch von einigen Stadtvertretern bestätigt. Allerdings unter der Hand. Somit bleibt die Unklarheit für den Hagenower Sportverein in Sachen Kunstrasenplatz bestehen. Extra für die Donnerstagssitzung hatte der Verein im Eiltempo ein 20-seitiges Papier vorbereitet und bei der Stadt eingereicht. Darin macht der Verein nach den Worten von Prielipp deutlich, dass der HSV in Hagenow Land einen Kunstrasenplatz bauen möchte. Der Verein hofft natürlich jetzt nach dem Beschluss auch auf einen Zuschuss von der Kommune und will beim Landessportbund Fördermittel beantragen. Darüber hinaus sei der Verein bereit, den Platz in der Parkstraße ohne Sozialgebäude zu nutzen.

„Wenn jetzt die Stadt sagt, dass die Ausschreibung für den Bau des Sozialgebäudes zurückgenommen wird, ist das für uns ein positives Zeichen, weil damit unserer Anregung gefolgt wurde. Das bedeutet für uns, dass wir an unserem Projekt des Kunstrasenplatzes weiterarbeiten. Zum 31. August stellen wir dann den Fördermittelantrag beim Landessportbund. Wir haben jetzt eine gute Motivation, unser Vorhaben umzusetzen. Die Bausteine dafür sind 375 000 Euro Förderung vom Landessportbund, 125 000 Euro Kommune und 300 000 Euro Eigenanteil von uns als Verein“, macht André Prielipp deutlich.

Wann und ob die Stadtvertretung darüber entscheiden wird, ist angesichts der derzeitigen Informationslage völlig offen. Ungeachtet der geheimen Sitzung der Stadtvertretung ist deren Informationspolitik offenkundig rechtswidrig. Laut Pressegesetz des Landes besteht eine Auskunftspflicht der Behörden. Das ist im Paragraf 4, Absatz 1 geregelt: „Die Behörden sind verpflichtet, den Vertretern der Presse die der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe dienenden Auskünfte zu erteilen.“ Das gilt auch für Beschlüsse, die in nicht öffentlicher Sitzung gefasst wurden.

Und öffentliches Interesse besteht, allein die Sportvereine der Stadt haben Hunderte Mitglieder. Und die werden nun weiter spekulieren über die nächsten Schritt der Stadt.

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