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Nach Bundeswehr-Abzug: Vielank übernimmt Schirmherrschaft : Gedenktag für Quast bleibt bestehen

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Die Zukunft des alten Truppenübungsplatzes und die Geschichte des nicht mehr vorhandenen Ortes Quast beschäftigte die Gäste am Quaster Tag. Es passte am vergangenen Sonnabend einfach alles zusammen.

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erstellt am 05.Aug.2013 | 10:28 Uhr

Lübtheen | Es passte am vergangenen Sonnabend beim mittlerweile 12. Quaster Tag einfach alles zusammen: Hochsommerliche Temperaturen, gut gelaunte und interessierte Besucher sowie anregende Gespräche. Lediglich die Anreise in die Leussower Heide wurde von so einigen Gästen als schwierig bezeichnet.Der über viele Jahre gewohnte Weg über den ehemaligen Truppenübungsplatz der Bundeswehr war gesperrt, so dass der Zugang lediglich über Alt Jabel, Trebs und Hohenwoos möglich war. Allerdings suchte der nicht so ortskundige Kraftfahrer vergeblich nach Hinweisschildern zum Quaster Tag, der in diesem Jahr erstmalig nach Weggang der Bundeswehr aus Lübtheen unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Vielank stand. "Wir wollen für das kommende Jahr Besserung geloben", bekundeten Vielanks Bürgermeisterin Christel Drewes und deren Stellvertreter Heiko Bäuch.

In diesem Jahr wäre das kleine Dorf Quast 650 Jahre alt geworden. Doch im Jahre 1961 wurden nach Auskunft von Christel Drewes die letzten Familien der etwa sieben bestehenden Häuslereien zum Teil zwangsausgesiedelt. Unter ihnen waren auch die Eltern von Lieselotte Pastrik, die ihren Wohnsitz vom heimischen Quast nach Jessenitz Werk verlegen mussten. Die heute 85-Jährige erinnerte sich noch genau an ihre Kindertage, "lediglich eine Kastanie und der Brunnen sind nur noch vom ursprünglichen Grundstück meiner Eltern übriggeblieben", erzählt Lieselotte Pastrik, die 1951 durch ihre Heirat nach Schwerin zog.

Sowohl der seit 2007 bestehende Verein "Braunkohle Nein" als auch die Gemeinde Vielank wünschen sich nach Weggang der Bundeswehr und damit der Aufgabe des Truppenübungsplatzes, dass diese einmalige Landschaft erhalten bleibt und vielleicht sogar in das Biosphärenreservat Mecklenburgisches Elbetal aufgenommen wird, um diese ursprüngliche Natur touristisch nutzbar zu machen. "Dadurch würde sich aber auch der Schutzstatus wesentlich erhöhen", ergänzt Helmut Eggers vom Verein "Braunkohle Nein", der mit seinen Mitstreitern beim Quaster Tag wieder vor Ort war, um auch in Zukunft das Abbauvorhaben von Braunkohle in der Griesen Gegend zu verhindern. "Viele Menschen glauben, dass die Vorhaben der Mibrag mittlerweile vom Tisch sind. Doch dem ist leider noch lange nicht so. Noch immer liegt die Klage der Mibrag gegen das Land MV wegen der Versagung der weitergehenden Erkundung der Lagerstätte beim Verwaltungsgericht in Schwerin vor", sagt Helmut Eggers, der sich über weiteren Zuspruch für seinen Verein freuen würde.

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