Lüneburg/Amt Neuhaus : Gastschulgeld nur für gute Schüler

Die ersten Fünftklässler aus dem Amt Neuhaus, die das Gymnasium in Bleckede besuchten und jetzt ihr Abitur in der Tasche haben.
Die ersten Fünftklässler aus dem Amt Neuhaus, die das Gymnasium in Bleckede besuchten und jetzt ihr Abitur in der Tasche haben.

Landkreis will Mittel an Landkreis Ludwigslust-Parchim für Besuch der Gymnasien nur noch eingeschränkt zahlen

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13. November 2015, 11:45 Uhr

Frustriert und verständnislos reagieren die Eltern von Grundschülern aus dem Amt Neuhaus, die ihre Kinder entweder auf das Gymnasium in Dömitz oder aber das Gymnasium in Boizenburg schicken wollen. Obwohl die rot/grüne Landesregierung die Schullaufbahnempfehlung (die Empfehlung, auf welche weiterführende Schule das Kind gehen sollte) per Gesetzesnovellierung aufgehoben hat, hat der Landkreis Lüneburg die für die Schüler aus dem Amt Neuhaus quasi durch die Hintertür wieder eingeführt.

Schüler, die auf ein Gymnasium in Mecklenburg wechseln wollen, dürfen für die drei Hauptfächer Mathematik, Deutsch und Sachkunde zusammen eine Note nicht höher als sieben erreichen (also zum Beispiel zwei Zweier und eine Drei oder zwei Dreier und eine Eins). Haben die Schüler einen schlechteren Notendurchschnitt, zahlt der Landkreis das Gastschulgeld für diese Kinder nicht mehr.

Diese Regelung soll ab dem Schuljahr 2016/2017 gelten.

Im Schuljahr 2014/2015 besuchten 40 Schüler aus dem Amt Neuhaus eine Schule im Nachbarland. An Gastschulgeld wurden für die 40 Schüler rund 37  000 Euro an den Landkreis Ludwigslust-Parchim gezahlt. Eine vergleichsweise geringe Summe, findet Ratsmitglied Daniela Weidler, die zusammen mit anderen Müttern die Sitzung des Schulausschusses vergangene Woche in Lüneburg besucht hatte. „Die Landesregierung schafft die Schullaufbahnempfehlung ab, alle Eltern sollen ihre Kinder auf die Schule ihrer Wahl schicken dürfen und der Landkreis führt über die Noten die alte Einschränkung wieder ein. Ich finde das unmöglich, da wird auf dem Rücken unsere Kinder etwas ausgetragen.“ Weidler äußerte sich während der öffentlichen Fraktionssitzung, die die CDU-Kreistagsfraktion am vergangenen Freitag in Neuhaus durchführte. Auch Bürgermeisterin Grit Richter sprach von einer ungerechten Sonderregelung für die Schüler aus dem Amt Neuhaus, für die ihr das Verständnis fehle. Der Landkreis argumentiert, dass die Oberschule in Neuhaus in ihrem Bestand gefährdet sein könnte, wenn zu viele Kinder nach Boizenburg oder Dömitz fahren. Außerdem stünde es Eltern von schulisch schwächeren Kindern ja frei, sie ins Gymnasium nach Bleckede zu schicken, hier müsse ja vom Landkreis kein Extra-Schulgeld bezahlt werden.

Dies Argumentation kann Stephanie Hanstedt aus Herrenhof, Mutter einer Viertklässlerin, nicht nachvollziehen. Auch Schüler in den landkreiseigenen Schulen kosten den Landkreis doch Geld. Die Wege im Amt Neuhaus seien einfach zu weit. Dömitz sei vom Oberamt nun mal leichter zu erreichen. „Und wenn das Hick-Hack um die Grundschule in Tripkau wieder losgeht, dann gefährdet das diesen Standort, weil dann Eltern ihre Kinder mit dem Wohnsitz ummelden und sie schon ab der ersten Klasse in Dömitz zur Schule gehen lassen.“ Die Schüler, die die Grundschule in Neuhaus besucht haben, bleiben eigentlich alle in Klasse fünf und sechs noch in Neuhaus in der Oberschule, denn das Gymnasium in Boizenburg beginnt erst mit Klasse sieben.

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