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Jessenitz Werk : Gas-Alarm: Jessenitz hält den Atem an

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Ein Unfall bei Bauarbeiten führt gleich zweimal zu Evakuierungen in Jessenitz Werk. Problem beim Abschalten der Leitung.

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 15:53 Uhr

Das war knapp, keine 50 Meter neben dem Werkgelände der Dankwardt-GmbH riss am Donnerstagmorgen der Bagger einer Baufirma eine Gasleitung entzwei. Mit lautem Zischen entströmte das Gas. In der Folge wurden die direkt in der Nähe liegenden Wohnhäuser aber auch das komplette Dankwardt-Werk evakuiert.

Lübtheens Feuerwehr mit der Jessenitzer Löschgruppe sperrte den Bereich weiträumig ab. Wehrführer Carsten Blohm agierte mit seinen insgesamt 15 Mann sehr vorsichtig, dafür sorgte allein schon das laute Zischen aus der Baugrube. Spezialisten das Gasversorgers sowie Verantwortliche der Stadt Lübtheen waren umgehend vor Ort.

Die Gasleitung ist abgesperrt: Jetzt kann die Bruchstelle beräumt und die Leitung in Jessenitz-Werk repariert werden.

Die Gasleitung ist abgesperrt: Jetzt kann die Bruchstelle beräumt und die Leitung in Jessenitz-Werk repariert werden.

Foto: Pohle
 

Doch zunächst musste erst einmal die  Gasleitung abgestellt werden. Das klappte erst einmal gut, und die etwa 100-köpfige Belegschaft des Kosmetika-Herstellers konnte zurück in den Betrieb, wie die Bewohner der benachbarten  Häuser. Doch dann gab es wieder Schwierigkeiten, kurz nach 10 Uhr zischte erneut Gas aus dem Leck, zügig musste die Unfallstelle geräumt werden. Das betraf auch das Unternehmen, wo man die Maschinen gerade wieder hoch gefahren hatte. Wieder stand die Belegschaft auf dem Parkplatz vor dem Gelände und harrte der Dinge. Denn die Spezialisten hatte dann einige Mühe, den richtigen Schieber zu finden. Das gelang schließlich. Kurz nach 11 Uhr konnte dann mit der Reparatur der Leitung, die das Werk versorgt, begonnen werden.

Zerrissen wurde die Gasleitung in zwei Meter Tiefe, nach Aussage der Baufirma war die Leitung in keinem Plan zu finden und auch nicht unterirdisch extra gekennzeichnet. Die Leitung verlief in der Nähe eines alten gemauerten Tunnels, der unter der früher dort verlaufende Bahntrasse gelegt worden war.

Gestern Vormittag konnten die Spezialisten den Schieber für die Gasversorgung im Dorf wieder freigeben.

Gestern Vormittag konnten die Spezialisten den Schieber für die Gasversorgung im Dorf wieder freigeben.

Foto: Pohle
 

Die jetzigen groß angelegten Bauarbeiten sind vom Land beauftragt und dienen vorrangig der Beräumung für eine Umgehungsstraße in dem Lübtheener Ortsteil. Die wird gebaut, um die Bewohner von dem mitten im Ort liegenden Werk und dem dazugehörigen Verkehr zu entlasten. Doch die gesamte Gegend gilt als hochgradig munitionsbelastet. In direkter Nähe befand sich bis Ende des zweiten Weltkrieges ein großes Marinedepot. Nach dem Krieg gab es umfangreiche Sprengungen durch damals sowjetische Truppen. Die Arbeiten, die derzeit laufen, dienen daher nur der Munitionsberäumung. Dabei wird die ganze Schneise der künftigen Straße durchsuchte.

Teile der Dankwardt-Belegschaft während der gestrigen Evakuierung vor dem Werkgelände, die meisten Mitarbeiter nahmen die Unterbrechungen relativ gelassen hin.

Teile der Dankwardt-Belegschaft während der gestrigen Evakuierung vor dem Werkgelände, die meisten Mitarbeiter nahmen die Unterbrechungen relativ gelassen hin.

Foto: Pohle
 

Doppelte Vorsicht war auch durch die Nähe des Kosmetikherstelles geboten. Dankwardt ist Produzent für große europäische Kosmetikmarken und hat auch mit feuergefährlichen Materialien zu tun.

Frank Wein, der am Donnerstag als Bauamtsleiter für die Stadt Lübtheen vor Ort war, gab sich erleichtert, dass im Unglück so umsichtig agiert wurde. Angesichts der Gefahren habe es aber zu den Evakuierungen keine Alternative gegeben.

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