Boizenburg : Garagen und Gärten geraten in Gefahr

<fettakgl>In den Fokus</fettakgl> der Planungen gerieten auch diese Gärten und Garagen. Als langfristiges Ziel könnte die erste Reihe an der Schwartower Straße als Wohnbaufläche erschlossen werden.
In den Fokus der Planungen gerieten auch diese Gärten und Garagen. Als langfristiges Ziel könnte die erste Reihe an der Schwartower Straße als Wohnbaufläche erschlossen werden.

Statt Gärten und Garagen neue Wohnhäuser: Die Boizenburger Stadtvertreter beschließen die Änderung des Flächennutzungsplanes zu Gunsten von Wohngebieten. Einwände der Fraktionen bleiben erfolglos.

svz.de von
15. Januar 2013, 09:59 Uhr

Boizenburg | Geht es nach dem mehrheitlichen Willen der Stadtvertreter, steht hinter einem Teil der Garagen und Gärten auf der südöstlichen Seite der Schwartower Straße bis Höhe Dr. Alexander Straße ein Fragezeichen. Sie müssen möglicherweise langfristigen Vorhaben weichen. Es ist sicherlich müßig, darüber zu spekulieren, ob das ein Horst Bergmann hätte verhindern können. Bekanntermaßen schlug das Herz des bereits verstorbenen Stadtvertreters links heftig und engagiert für das Kleingartenwesen. Der ehemalige Vorsitzende der Sparte "Abendfrieden" kämpfte um jede Parzelle, wie die Löwin um ihre Jungen.

Nun blicken die Boizenburger ohne ihn weit in die Zukunft. Sie ändern den Flächennutzungsplan der Stadt. Dabei gerieten auch so einige Parzellen in den Fokus der Planer. Wie zum Beispiel in der Schwartower Straße. Eines der langfristigen Ziele könnte, laut Beschlussvorlage, darin bestehen, dort vorhandene Garagengrundstücke sowie die direkt an der Fahrbahn vorhandenen Kleingärten als eine so genannte städtebauliche Innenentwicklung mittel- bis langfristig als eine Wohnbaufläche zu erschließen. Bei einer avisierten Tiefe von 25 bis 30 Metern wäre damit die erste Reihe platt.

Vergeblich versuchten die Fraktionen "BfB" und "Die Linke" Einwände durchzubringen, dass sie für derart ferne Zukunftsplanungen gegenwärtig noch keinen Bedarf sehen würden. Ebenso vergeblich bemühte sich Heinz Gohsmann (SPD) mit seiner Argumentation zu beruhigen, dass für die Parzellen keine akute Gefahr bestünde. Schließlich handele es sich um grobe Visionen, die frühestens in 15 Jahren konkrete Formen annehmen würden. Er empfahl dem Gremium die Abstimmung, um der Verwaltung zu ermöglichen, alles weitere mit den Planern zu verhandeln. Im Vorfeld hatte der Finanzausschuss einstimmig für ein ähnliches Vorgehen votiert. Der Bürgermeister Harald Jäschke erklärte, dass die Verwaltung mit dem geänderten F-Plan Sicherheit für künftige Planungen erhalte.

Es gibt erste Schritte, die man nicht gehen sollte, kam von der Fraktion "BfB" ein Spruch, den in diesem Zusammenhang Horst Bergmann hätte gesagt haben können. Er verhallte indes so gut wie ungehört. Der Beschluss passierte mit deutlicher Mehrheit die Stadtvertretung.

Die Fläche an der Schwartower Straße ist dabei einer von acht vorgeschlagenen Planänderungen. Im Ortsteil Schwartow soll z.B. die Wohnbauflächendarstellung an die bestehende Innenbereichs- und Ergänzungssatzung angepasst werden. Der Bereich "Küsters Gärten" ist mit seiner bereits nennenswert vorhandenen Wohnbebauung im östlichen Abschnitt bisher als Grünfläche und Kleingärten aufgezeigt und sollte künftig als Wohnbaufläche dargestellt werden.

27 500 Euro würde diese F-Planänderung kosten. Für die Bearbeitung des B-Planes "An der Quöbbe" liegt einschließlich der parallelen Änderung des F-Planes ein Honorarangebot von 32 000 Euro vor. Das reduziert sich, so ein Auftrag für die genannten Änderungen in Gänze erfolgt. Da die Stadtvertreter so beschlossen haben, muss oder darf der Kämmerer Jörn Pamperin für den gesamten Auftrag 54 500 Euro in den städtischen Haushalt 2013/14 einstellen.

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