Warsow, Zachun und Hoort : Fußball: Aus der Dorfkita an die MV-Spitze

Andreas Schug mit seinem „goldenen Jahrgang“, der schon mit drei und vier Jahren in der Kita begonnen hat.
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Andreas Schug mit seinem „goldenen Jahrgang“, der schon mit drei und vier Jahren in der Kita begonnen hat.

Wie die jüngsten Fußballer aus Warsow, Zachun und Hoort die Elite-Kicker in Mecklenburg immer wieder das Fürchten lehren.

svz.de von
27. Mai 2017, 16:00 Uhr

Eigentlich klingt es wie ein Märchen. Aus dem beschaulichen Landstrich Warsow, Zachun Hoort werden die besten Fußballer des Landes? Tatsächlich! Und zwar nicht einfach so, nicht zufällig. Sondern mit Kalkül.

Möglich macht das ein ganz spezielles Konzept für Kinder in den Kitas von Bandenitz, Hülseburg, Warsow, Holthusen und Zachun. Hier nämlich wird den Jüngsten schon Appetit auf Fußball oder ganz allgemein auf Sport gemacht. „Wir haben uns überlegt wie wir unsere Nachwuchsteams auf breitere Beine stellen können und dabei auch die Qualität deutlich anheben. Und mit dem Gang in die Kitas ist uns da wirklich etwas Gutes gelungen“, sagt Andreas Schug, Nachwuchstrainer bei der SG Warsow/Zachun.

Denn anders als in anderen Vereinen, die in den Schulen ihre Talente sichten, beginnt hier schon bei den Dreijährigen ein erstes Reinschnuppern. „In jeder Kita haben wir einmal in der Woche Ballsport angeboten. Zehn Minuten Fußball, zehn Minuten Spaßspiele. Und das brachte direkt die Erkenntnis, dass viele der Mädchen und Jungs nicht nur Interesse haben, sondern auch Talent und wahnsinnige Lust“, sagt Schug, der mit seinem 09er-Jahrgang ganz am Ende sogar den inoffiziellen Landesmeistertitel in der Halle feiern konnte.

Als nämlich die Arbeit in den Kitas Früchte trug, entschied man sich kurzerhand dazu, eine Spielgemeinschaft aus mehreren Orten zu gründen. Diese wird demnächst sogar noch um Stralendorf erweitert. Noch größer wird das Einzugsgebiet für Talente, die frühzeitig in den Kindertagesstätten erkannt werden und auch noch in der Schule durch die Trainer in Arbeitsgemeinschaften begleitet werden. Ein ungeheurer Aufwand, mit dem Enrico Templin und Adrian Lambrecht vor Jahren begannen.

Der Erfolg jedoch gab den Machern Recht. Dass sich Dorf-Jungen gegen Hansa, Greifswald, Güstrow oder Wismar durchsetzen, ist ja nicht gerade gewöhnlich. Für Andreas Schug neben der harten Trainingsarbeit und viel Fleiß aber irgendwo auch logische Konsequenz. „Die Kinder haben durch das frühe Trainieren in oftmals gleicher personeller Besetzung einen spielerischen Vorlauf, den die Konkurrenz oft nicht hat. Außerdem ist der spaßorientierte Umgang mit den Kids auch etwas, das sie gefangen nimmt vom Fußball. Die Begeisterung steht ihnen in jeder Übungseinheit ins Gesicht geschrieben. Und noch etwas ist ganz entscheidend. Die koordinativen Fähigkeiten schon bei Drei- oder Vierjährigen auf den Weg zu bringen, hat unheimliche Effekte.“

Nächste Siege sollten also nicht lange auf sich warten lassen – vielleicht ja auch mal über die Landesgrenzen hinaus.

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