Zarrentin : „Für uns eine Erfolgsgeschichte“

Höhepunkt des Biosphäre-Schaalseemarktes gestern am Pahlhuus in Zarrentin war die Modenschau mit Modellen, die die international tätige Upcycling-Künstlerin Renate Hille zeigte.  Fotos: Tilo Röpcke
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Höhepunkt des Biosphäre-Schaalseemarktes gestern am Pahlhuus in Zarrentin war die Modenschau mit Modellen, die die international tätige Upcycling-Künstlerin Renate Hille zeigte. Fotos: Tilo Röpcke

Interview mit Klaus Jarmatz, Leiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, über die Einwicklung in den vergangenen 25 Jahren

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06. September 2015, 18:21 Uhr

Vor 25 Jahren begann die Entwicklung der Schaalseeregion zum heute anerkannten UNESCO-Biosphärenreservat. Der große Biosphäre-Schaalsee-Markt gestern am Pahlhuus und weitere Veranstaltungen stehen im Zeichen dieses Jubiläums. Seit einem viertel Jahrhundert ist Klaus Jarmatz Amtsleiter und hat damit gemeinsam mit seinem Team diese Entwicklung maßgeblich bestimmt. Dieter Hirschmann von der SVZ sprach mit ihm darüber.

Was bedeuten die vergangenen 25 Jahre für Sie persönlich.

Klaus Jarmatz: Zum einen konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich nach 25 Jahren immer noch hier diesen Job mache. Die Geschichte der Schaalseeregion, und das ist für mich wichtig, ist eine Erfolgsgeschichte. Unser Ausgangspunkt war damals eine Sperrgebietssituation, die gerade aufgehoben war und eine Region, die es nicht gab. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es den Schaalsee nicht. Letztendlich ist es uns über das UNESCO-Biosphärenreservat gelungen, eine mecklenburger Schaalseeregion neu zu formieren. Also über den Naturschutz in Deutschland und in Europa eine Region zu schaffen, die es historisch vorher nicht gab mit einem mittlerweile relativ hohen Bekanntheitsgrad. Wenn Sie heute auf die Internetseiten der Städte Rehna, Gadebusch, Wittenburg und Zarrentin schauen, dann bezeichnen sie sich als Eingangstor zum Biosphärenreservat bzw. zur Schaalseeregion.

An welche Höhepunkte erinnern sie sich in Ihrer 25-jährigen Arbeit als Amtsleiter?

Da gehe ich zeitlich etwas zurück. Zum einen zum 12. September 1990, als dieses Gebiet in das Nationalparkprogramm der DDR aufgenommen wurde. Das war schon was. Naturschutz ist das Eine, aber diese Region braucht eine Entwicklung. Deshalb hatten wir damals relativ schnell eine Informationsausstellung auf der Stintenburg in der Baracke eröffnet. Dann ist es uns gelungen mehrere Fördermillionen von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zu erhalten, um das Pahlhuus zu bauen. Im Jahre 1998 haben wir die Regionalmarke entwickelt. Aus einst fünf Partnerbetrieben hat sich bis heute ein qualitativ hochwertiges Netzwerk entwickelt. Die Beteiligung der Bevölkerung an diesem Projekt Biosphärenreservat war ganz wichtig. Es gab die Roggendorfer Ideenbörse und den Job-Motor Biosphäre, aus dem sich nach Informationen der Agentur für Arbeit mehr als 50 Existenzen gebildet haben, bis hin zu mittelständischen Betrieben wie die Gläserne Molkerei in Dechow. Und dann kam die UNESCO-Anerkennung. Danach fuhren wir über Jahre die „Regionale Agenda 21“ mit 14 Arbeitsgruppen. Daraus haben sich die Leitbilder entwickelt.

Ist es so, dass sich die öffentliche Wahrnehmung des Amtes im Laufe der Jahre verändert hat?

Es gibt Ergebnisse über die Meinungsforschung, die besagen, dass 80 Prozent der Befragten für das Biosphärenreservat stimmen würden. Selbst auf die Frage, ob Naturschutz hier mit dem rechten Augenmaß passiert, antworteten 64 Prozent der Befragten, dass das hier mit dem richtigen Augenmaß passiert. 14 Prozent meinen, dass es hier zu wenig Naturschutz gibt und zwölf Prozent meinten, es gäbe einen überzogenen Naturschutz.

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