Projektwoche : Fünf Tage rund um Meister Adebar

Aus Reisig haben die Schüler insgesamt elf Nester für Störche gebaut.
Aus Reisig haben die Schüler insgesamt elf Nester für Störche gebaut.

Projektwoche der Oberschule beschäftigte sich mit „Störchen – hier und anderswo“ - Viele Partner aus dem Amt machten mit

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26. September 2017, 12:00 Uhr

Malawi, Mosambik, Simbabwe oder Botswana? Alles Länder in Afrika, über die wir wenig wissen, aber für die Störche, die in unserer Region leben, große Bedeutung haben. Denn diese Länder liegen alle auf ihrer Zugroute nach Südafrika, wo sie den Winter verbringen. Gut einen Monat sind die Störche aus dem Amt bereits abgereist, doch für eine Woche kehrten sie jetzt in in die Oberschule zurück.

Die Idee zum Thema der Projektwoche ist durch die von Steffen Hollerbach von der Storkenkate Preten besenderten Störche entstanden. Mit Hilfe der Sender lassen sich die Flugrouten der Störche punktgenau in ihren Details verfolgen. Das ist natürlich faszinierend für die Schüler: Aktuell konnten sie feststellen, dass sich gerade zwei der besenderten Störche zwischen dem Tschad und dem Sudan aufhalten. „Wir wollten, dass die Schüler mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen und das klappt“, zeigt sich Lehrer Florian Maier beeindruckt vom Interesse der Schüler an fremden Kulturen und Ländern.

Insgesamt zehn jahrgangsübergreifende Projekte nehmen den Storch genau unter die Lupe. Am Freitag wurden alle Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert, hier hat die Theatergruppe unter Leitung von Marita Neb ihren großen Auftritt und spielt Fabeln und selbst erdachte Geschichten mit Handpuppen.
„Ich finde es ganz toll, dass es uns gelungen ist, so viele Menschen aus dem Amt einzubeziehen“, freut sich Schulleiterin Bärbel Scheday über die zahlreiche Unterstützung. So ist Anne Spiegel von der Biosphäre gekommen, um einen Vortrag zu halten und Steffen Hollerbach hat die Schüler sowieso die ganze Woche begleitet. Bei Holger Belz vom Archezentrum konnten die Schüler sich mit dem Vogelzug im Allgemeinen auseinandersetzen. Philipp und seinen Kumpels hat das gut gefallen, da sie sich mit seinen Lieblingsvögeln Fischadler und Kranich beschäftigt haben. Biologielehrerin Katrin Wittenburg war mit ihren Schülern im Lebensraum der Störche auf den Sudewiesen unterwegs und schwärmt: „Wir haben eine sehr lange Wanderung unternommen gemeinsam mit Jürgen Niederhoff und hatten die Heckrinder und Koniks ganz nah. Das war für die Schüler ein tolles Erlebnis.“

Ganz praktische Hilfe für den Storch baut die Gruppe unter der Leitung von Ulf Brokmöller und Berthold Reibe. Aus Weiden-, Linden und Haselnussgeäst binden die Jungs Nester, die von Steffen Hollerbach als Nisthilfen verwendet werden. „Alle paar Jahre müssen die Nester ausgetauscht werden“, erklärt Ulf Brokmöller und Berthold Reibe ergänzt: „Wir bauen richtige Luxusappartements.“ Wie das überhaupt mit dem Fliegen funktioniert, wird derweil mit Hilfe von aufwendigen physikalischen Experimenten mit Dieter Jandt untersucht. Mädchen aller Altersstufen sind in der Nähgruppe von Katharina Reibe unter sich, begeistert werden kleine Storchenpuppen und Turnbeutel hergestellt. Im Werkraum bei Gerhard Nitsche ist gröberes Werkzeuge gefragt, um lustige Deko-Störche, die Babys im Schnabel tragen können, aus Holz zu fabrizieren. Zwei unterschiedliche, spannende Brettspiele sind entwickelt worden. Mit kniffligen Rätselfragen folgt man um die Wette den Störchen auf ihrem Weg nach Süden. „Das macht Spaß“, empfiehlt Testerin Sandra, „Es ist ein bisschen wie 'Mensch ärgere dich nicht'.“ Ganz kreativ geht es auch im Kunstraum bei Diane Apel zu, 25 individuelle Storchenportraits in Acryl sind entstanden. Noch bis spät am Donnerstagabend wurde gemalt, um die Bilder rechtzeitig zur Präsentation fertig zu stellen.

„Einfach toll, dass die Woche so vielfältig geworden ist“, findet Bärbel Scheday mit Blick auf das bunte Treiben rund um den Storch im Schulhaus. Nachgedacht wird jetzt über eine Sonder-Ausstellung der Projektergebnisse für eine breite Öffentlichkeit im Haus des Gastes.



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