Boizenburg : Führung zum Tag der Architektur

Das Bürgerhaus heute nach erfolgter barrierefreier Restaurierung.  Fotos: Privat
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Das Bürgerhaus heute nach erfolgter barrierefreier Restaurierung. Fotos: Privat

Unter dem Motto „Architektur hat Bestand “ führt Architekt Jürgen Schulz durch das Bürgerhaus

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25. Juni 2015, 12:00 Uhr

Seit über 20 Jahren findet am letzten Juni-Wochenende der „Tag der der Architektur“ statt, seit 2001 bundesweit. Im vergangenen Jahr lockte das Ereignis rund 150  000 Besucher an.

Unter dem Motto „Architektur hat Bestand“ laden auch dieses Jahr wieder Architekten, Stadtplaner sowie Innen- und Landschaftsarchitekten gemeinsam mit ihren Bauherren alle Interessierten ein, Architektur zu besichtigen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

„Architektur ist Spiegel der Gesellschaft – sie gibt Zeugnis ab vom Geist der Zeit, von gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen, von Strömungen und Moden“, schreibt Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. „Architektur prägt die Umwelt – niemand kann bauen, ohne Spuren zu hinterlassen, ohne dabei auch gleichzeitig ein Selbstzeugnis abzulegen. Von den Pyramiden über die Kathedralen bis hin zum Wolkenkratzer: wer baut, setzt Zeichen. Bauwerke sind Botschafter – sie künden vom Bauherrn, ihre „Sprache“ verrät viel über die Architekten.“

In Boizenburg steht im Mittelpunkt des Architekturtages das im Frühjahr fertiggestellte Bürgerhaus. Das Verwaltungszentrum der Stadt am zentralen Platz wurde seit 2009 aufwendig für 2,4 Millionen Euro saniert. Bauherr ist die Stadt Boizenburg, vertreten durch die BIG Städtebau GmbH. Architekt war Dipl.-Ing. Jürgen Schulz, der am Sonnabend um 14 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr Führungen durch das Gebäude anbietet.

Beim Beginn des Umbaus war von dem schönen klassizistischen Gebäude, das um 1830 erbaut wurde, kaum noch etwas zu erkennen, wie auf dem Foto unten zu sehen ist.

Schon zu Beginn diente das Gebäude wahrscheinlich als Amtsverwaltung, gleichzeitig noch als Amtsgericht. Ganz genau kann das niemand sagen, denn für dieses Zeugnis städtebaulicher Architektur liegen Bauakten erst ab dem Jahr 1955 vor. Man weiß aber, dass es insgesamt vier größere Umbauphasen an dem Gebäude in den Jahren 1880, 1925, 1959 und 1968 gab.

„Grundansatz bei der Entwurfslösung war, neben der Gebäudesanierung auch eine städtebaulich mangelhafte Situation an einem zentralen Platz der Innenstadt zu beseitigen“, schreibt Architekt Jürgen Schulz in seiner Beschreibung.

Das meint, ein nicht mehr funktionstüchtiges bauliches Aschenputtel am zentralsten Ort der Stadt sollte in eine architektonische Prinzessin verwandelt werden. Das ist dem Architekten und allen für die Sanierung Verantwortlichen gelungen. Wer hätte gedacht, dass in dem bis 2001 als Schule genutzten und anschließend leerstehenden Gebäude solche Schönheit steckt?

Dafür wurde der sogenannte Hauptbaukörper von einem Dreigeschosser auf die ursprünglich zweigeschossige Form mit Krüppelwalmdach zurückgebaut. Auch die Fassade erhielt ihre ursprüngliche Struktur wieder, die klassizistische Fassadengestaltung wurde rekonstruiert. Teile der Außenwände und der tragenden Innenwände, des Keller-, Erd- und Obergeschosses sowie die Rohdecken über diesen blieben erhalten. Insgesamt besteht das Bürgerhaus nur noch zu circa 20 Prozent aus Originalsubstanz. Die Grundfläche beträgt rund 1  500 Quadratmeter.

Wer mehr über das Bürgerhaus erfahren möchte, kann das am „Tag der Architektur“ am Sonnabend und Sonntag tun.

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