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Keine Verbindung in Lübtheen : Frust über lahmes Internet wächst

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Es gibt Tage, da muss sich Martin Büsch in sein Auto setzen und bis nach Hagenow fahren - nur um ins Internet zu kommen. Er sitzt dann im Wagen, den Laptop auf dem Beifahrersitz, die Funkmaus auf dem Schoß und surft.

svz.de von
erstellt am 02.Mär.2012 | 01:06 Uhr

Es gibt Tage, da muss sich Martin Büsch in sein Auto setzen und bis nach Hagenow fahren - nur um ins Internet zu kommen. Er sitzt dann im Wagen, den Laptop auf dem Beifahrersitz, die Funkmaus auf dem Schoß und surft. Der Fernsehtechniker aus Lübtheen ist auf das Internet angewiesen. Nur im Netz kann er nach Ersatzeilen suchen, Bestellungen aufgeben, Antworten auf Fachfragen finden. „Am Tag klappt das über UMTS ganz gut“, sagt Büsch. Abends und am Wochenende allerdings geht gar nichts mehr. Büsch ist noch geduldig. Seine Kunden sind es nicht. Schon vor Monaten haben sie sich bei Martin Büsch auf eine Liste für die Breitbandversorgung durch die Firma Sewicom eingetragen. Dessen Geschäftsführer Timo Wilke hatte versprochen bis Jahresende das schnelle Internet über Funk in die Stadt zu bringen. Fernsehtechniker Martin Büsch sollte die dafür entsprechenden Module bei den Kunden zu Hause anbringen, sobald die Funkverbindung besteht.

Doch bei Sewicom herrscht seit Wochen Funkstille. „Die Kunden rufen täglich bei mir an. Aber ich kann ihnen auch nicht helfen“, sagt Martin Büsch. Auch er habe von Sewikom lange nichts mehr gehört. Einige Interessenten seien inzwischen abgesprungen und hätten sich fürs schnelle Internet über das neue LTE-Mobilfunknetz ( Long Term Evolution) entschieden. Das klappe für den Normalverbraucher auch ganz gut. Nur die Geschwindigkeiten schwankten und seien stark abhängig von der Nutzerzahl. „Sind gerade viele über LTE im Netz, beginnt es wieder zu stocken.“ Außerdem sei LTE nur am Stadtrand, aber kaum in der Innenstadt zu empfangen.


Auch in der Stadtverwaltung fühlt man sich schlecht informiert und hingehalten. „Wir haben die Frist für den Einsatz der Fördermittel bereits einmal verlängert“, sagt Mitarbeiter Torsten Netzband. Sewikom-Geschäftsführer Wilke war von der Bürgermeisterin aufgefordert worden sich kurzfristig zu erklären. Offenbar gibt es Probleme mit einer Standortfreigabe für die Nutzung eines Turmes in Hagenow. Wilke: „Wir benötigen von einem anderen Netzbetreiber die Nutzungsgenehmigung.“ Wilke entschuldigte sich für die lange Wartezeit. „Damit habe auch ich nicht gerechnet.“


Torsten Netzband hat jetzt beim Land eine zweite Fristverlängerung bis Mai für die Abrechnung der EU-Fördermittel beantragt. Sollte Sewikom bis dahin keine Breitbandversorgung absichern, muss das bereits an die Stadt überwiesene Geld (250000 Euro) zurückgezahlt werden. „Dann hätte Lübtheen seine Chance auf Förderung endgültig verspielt“, so Netzband.

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