Boizenburg : Früheres „Kulti“ darf weiter schrumpfen

Kein schöner Anblick: Die Überreste des ehemaligen „Kultis“.
Kein schöner Anblick: Die Überreste des ehemaligen „Kultis“.

Behörde erlaubt aus Sicherheitsgründen Abtragen des geschwächten Dachstuhls

svz.de von
12. März 2014, 10:44 Uhr

In der Bahnhofsvorstadt darf ein Teil eines Denkmals verschwinden. Es handelt sich um ein Gebäude am Weg der Jugend. Im Umgang mit dessen stark geschwächten Dachstuhl besteht, wie es in einem Protokoll heißt, Gefahr für Leib und Leben. Am Ende einer Begutachtung und Bewertung des Bauzustandes erlaubt die Denkmalbehörde das Abtragen des Dachstuhles. Auf der Decke des zweiten Obergeschosses soll dann ein Notdach hergestellt werden. Eine weitere Auflage besteht darin, die Dreiecksgiebel mit einem Dreibock abzustützen.

Die Rede ist natürlich vom ehemaligen Kulturhaus „Kurt Bürger“. Seit dem 6. November 2006 sorgt es regelmäßig für Gesprächsstoff. Ein Großbrand hatte an jenem Morgen in dem 1952 eingeweihten Gebäude gewütet. Drumherum herrscht seit 2011 rege Bautätigkeit. Bis Ende 2015 will die ewp-Gruppe aus Wittenburg, laut Angaben ihres Projektmanagers Lutz Eichel, an diesem Standort rund zehn Millionen Euro in 86 behindertengerechte Wohnungen unter den Dächern von fünf Dreigeschossern investieren. Das „Kulti“ nach altem Vorbild wieder aufzubauen, sei, wie er ständig erklärt, nicht finanzierbar. Er will es abreißen. Der entsprechende Antrag ist gestellt. Das Problem: Das Haus steht unter Denkmalschutz, weil es vor dem Feuer 54 Jahre die Entwicklung und das Bild der Stadt prägte. Acht Jahre später ist das auch noch der Fall. Seit 2012 mit einer zusätzlichen witterungsbeständigen Plane, die der Investor mit großem Aufwand anbrachte. Wie er einräumte, ließ sich die Maßnahme wegen schlechter Arbeitsbedingungen nicht in der Qualität ausführen, die eine gewisse Dauerhaftigkeit gewährleistet hätte. Die Brandruine spaltet die Betrachter in zwei Lager. Beide fordern, dass dieser Schandfleck verschwindet. Bei der Art und Weise reichen die Meinungen vom Abriss bis zur Sanierung. Im Dezember 2009 sprachen sich die Stadtvertreter, wie Bürgermeister Harald Jäschke gegenüber unserer Redaktion sagte, dafür aus, wenigstens die Fassade zu erhalten…

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