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Frostiger Trauschein: Sieben Paare sagen "Ja" am 12.12.12

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erstellt am 12.Dez.2012 | 06:27 Uhr

Hagenow | Trauschein im Winter: Trotz eisiger Temperaturen und mitten in der Woche geben sich gestern sieben Paare in der Hagenower Region das Ja-Wort. Ungewöhnlich für diese Zeit, sagen die Standesbeamten. Doch der Schnapszahl-Tag lockt. Wenn auch nicht so wie der 9.9.1999.

Für Sandra Jalaß und David Weltzien ist der 12.12.2012 genau das richtige Datum. Früh morgens gehen sie als erstes von drei Paaren im Hagenower Rathaus den Bund der Ehe ein. Und das nicht etwa, um sich ihren Hochzeitstag besser merken zu können. "Er hat eine Bedeutung für uns", sagt Sandra Weltzien nach der Trauung. Es war ein Mittwoch, als sie und ihr Mann zusammengekommen sind. Und Töchterchen Sophia ist an einem Mittwoch um 12.12 Uhr geboren. "Da passte es einfach", sagt die Braut. Deshalb nimmt das Paar auch gern das kalte Wetter in Kauf.

Ansonsten gehöre der Dezember nicht unbedingt zu den beliebten Monaten für eine Heirat, sagt die Hagenower Standesbeamtin Kersten Lemcke. "Aber der 12.12. ist ein interessantes Datum."

Auch ihre Kollegin vom Amt Hagenow-Land, Karin Gembus, besiegelt gestern zweimal den Bund der Ehe. Für sie nicht ungewöhnlich. Es sei jedes Jahr so, dass viele nochmal kurz vor Weihnachten vor den Traualtar treten.

Ein weiteres Paar aus der Region Boizenburg-Land entscheidet sich gezielt für diesen Tag. Und auch für die nächste Gelegenheit, den 20.12.2012, liegt schon eine Anmeldung auf dem Tisch von Standesbeamtin Gabriele Silz.

Im Boizenburger Rathaus ist noch kurz vorher ein Paar abgesprungen. Ihm war dann doch das Wetter zu ungewiss, so Standesbeamtin Regina Stoll. "Die meisten wollen lieber im Sommer und an einem Wochenende heiraten", resümiert sie.

Deshalb sind vor allem die Schnapszahl-Tage in den warmen Monaten voll ausgebucht gewesen, sagt Christa Baum aus Zarrentin. Am 6.6.2006 oder 20.8.2008 etwa. Gestern traut sie nur ein Paar, das gezielt nach dem 12.12. fragte. Einfach, weil sich das Datum gut merken lasse. Das Paar gehört zu den neun Eheschließungen im Dezember und mehr als 90 im Jahr 2012. So viele, wie noch nie im kleinen Amt Zarrentin, sagt Christa Baum. Tendenz steigend. In allen Kommunen der Region sind es zusammen etwa 340.

30 davon in Lübtheen. Runde Tage wie gestern spielen dort aber kaum eine Rolle. "Wir hatten noch nie diesen Run", sagt Standesbeamtin Sigrid Führer. Die meisten wählen persönliche Daten aus, wie den Kennenlerntag. Auch die Wittenburger halten sich eher zurück, was solche markanten Daten angeht. "Eine gute Ehe hat ja auch nichts mit dem Datum zu tun", sagt Standesbeamtin Ilse Evers. Der 9.9.1999 ist ihr allerdings in Erinnerung geblieben. Neun Paare trauten sich damals allein in Wittenburg. Einige seien heute nicht mehr zusammen. Die Prophezeiung, dass kein gutes Omen hinter Hochzeiten an einem Schnapszahl-Tag oder unterm Weihnachtsbaum stehen könnte, kennt auch Kollegin Gabriele Silz aus Boizenburg-Land.

Davon lassen sich Sandra und David Weltzien aber nicht abschrecken. "Ich hab gehört, es soll magisch sein", sagt der frisch Getraute. Mit Strickjacke überm Hochzeitskleid schreitet seine Frau mit ihm zusammen aus dem Rathaus.

Wer es ihnen gleich tun möchte - die vorerst letzte Chance, in den kommenden Jahren an einem Schnapszahl-Tag zu heiraten, ist der 20.12.2012.

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