Wege aus der Krise : Frischmilch rund um die Uhr

Familie Peters mit Regina, Marco, Emma, Luisa, Nele, auf dem Arm von Opa Walter ist Ocke (v.l.).
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Familie Peters mit Regina, Marco, Emma, Luisa, Nele, auf dem Arm von Opa Walter ist Ocke (v.l.).

Die Milchbauern aus Körchow gehen neue Wege bei der Vermarktung. Ab sofort ist die Milchtankstelle Am Speicher geöffnet.

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23. Mai 2017, 12:00 Uhr

Familie Peters aus Körchow stößt auf die Eröffnung ihrer Milchtankstelle mit einem Glas frischer und kühler Milch an. Die Kinder Emma, Luisa und Ocke können gar nicht genug bekommen. Opa Walter Peters freut es. Jetzt wünscht sich Familie Peters, dass möglichst viele Besucher bei ihnen Milch „tanken“ kommen. Im Kern geht es bei diesem neuen Angebot des Milchbetriebes Peters um die Frage: Welche Möglichkeiten sucht ein Landwirt, um Wege aus der Milchkrise zu suchen? Landwirt Marco Peters, der Sohn von Walter, und seine Frau Nele aus Körchow, haben sich auf den Weg gemacht und die eigene Milchtankstelle eröffnet. Direkt an der Hauptstraße, Am Speicher, kann sich jeder, der durstig ist, seine frische Milch zapfen, die Tankstelle ist rund um die Uhr geöffnet.


Idee wurde im Jahr 2016 geboren


„Die Idee, neue Vermarktungswege zu suchen, wurde während der Milchkrise Anfang 2016 geboren. Da war die Lage so desaströs, dass wir nur 20 Cent für den Liter bekamen. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten da wieder raus zu kommen. Man kann die Kostenschraube anziehen, um zu sparen. Das stößt an Grenzen zu Lasten der Tiere, der Menschen und der Umwelt. Wir entschlossen uns, an der Erlösseite zu arbeiten“, erläutert Landwirt Marco Peters die Situation, die zur Entscheidung führte, in eine Milchtankstelle zu investieren. Auf dem Hof Peters waren sich alle einig, dass die Verbraucher bewusster einkaufen, und dass regionale Produkte eine steigende Wertschätzung erfahren. Deshalb habe man sich auf die Direktvermarktung konzentriert.


Das Tierwohl steht im Mittelpunkt der Arbeit


„Wir wollen etwas eigenes machen, weil wir schon immer einen eigenen Weg in der Tierhaltung gegangen sind. Wir hielten auch in schlechten Zeiten beispielsweise an der Weidehaltung fest. Wir kümmern uns um das Tierwohl, auch wenn das einen höheren Aufwand verursacht“, sagt Marco Peters. Auf dem Hof Peters stehen 750 Milchkühe, die die frische Milch produzieren, die ab sofort rund um die Uhr am Automaten gezapft werden kann, für einen Euro den Liter.

Auf dem Hof in Körchow produzieren die Kühe mehr als 21000 Liter Milch pro Tag, die auch an die Molkerei in Bützow geliefert wird.

Die Tiere stehen von Mai bis Ende September auf der Weide und werden drei Mal am Tag gemolken. „Wir wollen über die Milchtankstelle den Umgang mit den Verbrauchern lernen. Was Werbung und Marketing angeht haben wir uns professionelle Hilfe geholt und eine eigene Marke entwickelt. Bei uns bekommen die Verbraucher jetzt an der Tankstelle Glücksmilch“, erzählt Marco Peters, der zusammen mit seiner Frau jetzt den Betrieb führt.

Wer also Lust hat, kann sich nun auch in Körchow, unabhängig von der Zeit, am Automaten seine frische Milch zapfen. Flaschen stehen zur Verfügung. Ob dieser Weg erfolgreich für die Zukunft des Milchbetriebes Peters ist, wird sich zeigen. „Wir werden sehen, wie der Verbraucher auf die Botschaft reagiert, die wir rüber bringen“, sagt Marco Peters.

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