Hagenow : Frischer Wind im Doppelpack

Da, aber noch nicht ganz angekommen: Der zweite Pastor Thomas Robatzek ist nun im Amt.
Da, aber noch nicht ganz angekommen: Der zweite Pastor Thomas Robatzek ist nun im Amt.

Nach über anderthalb Jahren ohne Pastor in Hagenow mischen nun zwei Neue als Doppelspitze mit

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27. Januar 2016, 12:22 Uhr

Noch ist er nicht ganz hier. Gerade erst Abschied genommen in Rittermannshagen an der Mecklenburgischen Seenplatte, sitzt Thomas Robatzek in seinem Büro im Hagenower Pfarrhaus zwischen Umzugskartons. Es soll sein „großer Neuanfang“ an einem neuen Wohn-, Lebens- und Arbeitsort werden. Und er ist gespannt, was ihn erwartet. Gespannt auf die Hagenower, auf die Impulse, Anstöße und Ideen, die sie in ihm hervorrufen werden.

Mit Thomas Robatzek hat die mehr als 2000 Mitglieder starke Evangelische Kirche in Hagenow nach über anderthalb Jahren ohne kirchliche Führung wieder zwei Pastoren an der Spitze. Volker Höppner trat bereits im November letzten Jahres sein Amt an (SVZ berichtete). Für Thomas Robatzek ist die Doppelspitze ein Vorteil. Man könne Dinge gemeinsam entwickeln, „das kann befruchtend sein“.

Der 51-Jährige sucht nach 15 Jahren in der kleinen Dorfgemeinde Rittermannshagen noch einmal die Herausforderung – eine neue Gemeinde mit neuer Struktur und neuen Themen. Zusammen mit seiner Frau und den beiden jüngsten der fünf Kinder führt es den gebürtigen Wismaraner vom 100-Seelen-Dorf in die Kleinstadt. Die Familie kommt im Februar nach. Jetzt, da der Umzug ansteht, „wird es für alle greifbarer“, sagt der Pastor. Neue Schule für die Kinder, neue Arbeit für die Eltern, neue Freunde für alle – die ganze Familie ist neugierig auf den Neuanfang in Hagenow.

Genauso neugierig und offen fühlt sich Thomas Robatzek hier empfangen. Seit Mitte Januar ist er im Amt, am 21. Februar um 14 Uhr wird er offiziell eingeführt. Was er erlebt, gefällt ihm. Er empfindet die Gemeinde als sehr belebt und nennt als Beispiel den Apfeltag, den auch nicht Kirchliche aus der Region besuchen. Und das entspricht genau seiner Idee, dass Kirche nicht hinter Mauern stattfindet. Sie sollte sich öffnen und ein gutes Miteinander mit Stadt oder Vereinen pflegen.

Der Pastor möchte die Gemeinde jetzt erstmal näher kennen lernen, mit ihren Traditionen und Menschen. Er will schauen, wo man anknüpfen und was man vielleicht auch anders angehen könnte. Ein festes Konzept hat er nicht im Kopf. Aber den Grundgedanken, dass sich Kirche immer wieder neu hinterfragen und ausrichten muss. Den Rest lässt Thomas Robatzek auf sich zukommen. Denn jeder Ort liefere individuelle Impulse.

Wo der Weg auch hinführt – für den Pastor, der auch für Kirch Jesar zuständig sein wird, ist der Glaube in jedem Fall Arbeit. Die Kirche sei nur die örtliche Basis. Aber „wo ist der Kern unseres Glaubens?“, fragt er und gibt sogleich die Antwort: „Der kommt von innen, dafür müssen wir etwas tun“.

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