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Wittenburg : Frische Landmilch von der „Tanke“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In Wittenburg eröffnet Bauer Christian Ebeling morgen eine 24-Stunden-Zapfstelle. Erste 100 Besucher erhalten Glas-Flasche gratis

svz.de von
erstellt am 14.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Wittenburg Eine gute Nachricht für alle Liebhaber frischer Milch – ab morgen um 15 Uhr gibt es auf dem bäuerlichen Anwesen von Christian Ebeling in der Lehsener Chaussee 3 eine Zapfstelle. Sozusagen vom Euter der Kuh direkt in die Flasche kann man, videoüberwacht,  rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, die gekühlte aber unbehandelte wertvolle Nahrung zapfen.  Möglich macht diese verbraucherfreundliche  Verkaufsstrategie  ein kleines Automaten-Wunderwerk aus Edelstahl, das auf dem landwirtschaftlichen  Hof in einem Holzhäuschen untergebracht ist.

Milch hat Fettgehalt von um die vier Prozent

Die Vorteile  überwiegen, ist sich Christian Ebeling sicher. „Die Milch hat einen Fettgehalt von um die vier Prozent und besitzt noch alle wertvollen Vitamine.“ Noch dazu sei das Produkt, der Liter kostet einen Euro, euterfrisch. Der Kunde könne sich also zu 100 Prozent sicher sein, woher die Ware stamme. Der Automat, der immer wieder nachgefüllt werde,  beinhalte 150 Liter Milch und könne 24 Stunden am Tag in Anspruch genommen werden.

„Mit dem Erlös verdienen wir uns keine goldene Nase, falls das jemand ernsthaft glauben sollte. Aber wir wollen auf ein Produkt unserer harten Arbeit aufmerksam machen, das es wert ist, mehr Beachtung in der Öffentlichkeit zu finden.“ Es solle aber auch ein Signal sein gegen die Milchpreiskrise, die den Agrarerzeugern seit Jahren zusetze. Denn die Milchpreise im Supermarkt und bei den Discountern seien zu niedrig, um die Existenz der Höfe dauerhaft zu sichern.

„Unsere Kunden  sollen sehen, dass gute Lebensmittel mehr wert sind, als nur Dumpingpreise.“

Wichtig für den Verbraucher ist vielleicht auch die Tatsache, dass die Erzeugerinnen, nämlich 220 Milchkühe, nur wenige Meter weg von der Tanke im Stall stehen. Familie Ebeling junior bewirtschaftet übrigens mit zwei Mitarbeitern und einem Lehrling  seit 2013 rund 385 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Erntet Weizen, Gerste, Raps, Mais, Triticale und Ackergras für die Kühe.

Milchtankstelle ist eine Besonderheit in Region

Die  Milchzapfstelle sei eine Besonderheit für die Region, betont Christian Ebeling, der  mit seiner Frau Christina auf diese Idee gekommen sei. „Eigentlich haben wir schon seit längerem auf dieser Idee herumgedacht und sie nun in die Tat umgesetzt“, sagt der 28-jährige Jungbauer. Seine Frau ergänzt: „Unser Angebot kommt dem Trend zu regionalen und frischen Produkten in vollem Umfang entgegen.“ Noch dazu sei das Verbrauchervertrauen groß, weil bekannt sei, wo und wie die Milch hergestellt werde, sagt die 35-Jährige. Regionales würde von den Menschen immer häufiger nachgefragt.

„Viele Menschen haben heute ja kaum noch Bezug zu den Lebensmitteln, die sie kaufen. Bei uns liefen jedoch immer wieder Anfragen auf, ob wir nicht frische Milch vermarkten könnten“, erklärt Christian Ebeling, der Landwirt in Niedersachsen gelernt hat, die Wirtschaftsschule in Mecklenburg-Vorpommern besucht hat und seinen Meister in Güstrow absolvierte.

Morgen um 15 Uhr zur Eröffnung soll sich nun erstmals beweisen, ob sich das unternehmerische Risiko und die Investition gelohnt hat. „Wer noch eine kleine Milchkanne zu Hause hat, kann die gerne mitbringen. Die ersten hundert Besucher erhalten von uns eine hochwertige Glasflasche mit Deckel gratis“, kündigt Christian Ebeling an. Weist aber auch gleichzeitig darauf hin, dass der Vertrieb von Rohmilch an klare Regeln gebunden sei. „Die Milch darf nur in unmittelbarer Nähe zum Stall angeboten werden. Schilder weisen daraufhin, dass sie vor dem Verzehr einmal abgekocht werden muss“, erklärt der Bauer, der aber davon überzeugt ist, dass seine Milch ohne Bedenken  auch von Menschen getrunken werden könne, die sie bisher noch nie gekostet hätten.

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