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Boizenburg : Friese-Orgel soll restauriert werden

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die letzte Orgel des Cavaillé-Coll-Schülers Friedrich Friese III. von 1892 in der St. Marienkirche braucht eine Erneuerung

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Die Orgel in der Boizenburger St. Marienkirche ist etwas ganz Besonderes und die wenigsten wissen es. 1892 gebaut, ist sie die letzte Orgel, die der wichtige Mecklenburger Orgelbauer Friedrich Friese III. (1827-1896) gefertigt hat. Gleichzeitig ist sie die letzte zweimanualige Orgel in Mecklenburg, danach wurden hier nur noch pneumatische Orgeln hergestellt.

Bis zu seinem Lebensende legte Friese großen Wert auf hohe Qualität von Handwerk und Material. Er verwendete nur lange gelagertes Eichenholz und englisches Zinn, das anders als Eisen nicht rostet.

Hinzu kommt, dass Friedrich Friese III. Schüler des bedeutenden französischen Orgelbauers Cavaillé-Coll war und vor allem in seiner späten Lebensphase seinen Instrumenten die für Cavaillé-Coll typische differenzierte Farbigkeit und dynamische Vielfalt des Klangs mitgab.

Die daraus resultierende herausragende Akustik hat schon in der Vergangenheit Instrumental- und Vokalkünstler ebenso wie Zuhörer nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern aus dem gesamten Dreiländereck von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und sogar Hamburg angelockt.

Nun hat die St. Marienkirche seit November letzten Jahres mit Napoleon Salvelli aus Venezuela auch wieder einen Kantor, der gleichzeitig ein sehr fähiger Orgelspieler ist. Da er das Instrument jeden Tag spielt, weiß er aber auch besonders genau, dass die Orgel unbedingt restauriert werden muss. Beispielsweise funktionieren verschiedene Metallteile nicht mehr, unter anderem übertragen sich dadurch nicht alle Tastenanschläge auf die Pfeifen und erzeugen Töne. Außerdem muss das riesige Instrument, das fast die gesamte Mittelempore der St. Marienkirche einnimmt, auch denkmalpflegerisch rundum instand gesetzt werden.

„Rund 100  000 Euro wird die Restaurierung kosten“, sagte Astrid Wisser im Gespräch. Die rührige Dame, in Boizenburg bekannt wie ein „bunter Hund“, wurde gerade vom Kirchgemeinderat der St. Marienkirche zur Vorsitzenden des Freundeskreises „Orgel St. Marien“ gewählt. Sie hat sich sofort ans Werk gemacht, um willige Spender für das große Projekt zu finden.

„Wir rechnen mit ungefähr 30 Prozent Zuschüssen vom Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Landeskirchenamt“, so Astrid Wisser. „Doch den Rest muss die Kirchgemeinde selbst aufbringen. Und dieses Geld hat sie natürlich nicht.“

Daher schreibt Astrid Wisser jetzt fleißig Briefe an alle, von denen sie sich vorstellen kann, dass sie zu einer Spende für die Wiederherstellung der kostbaren Orgel bereit wären. Wer ebenfalls spenden möchte, kann dies auf das Konto der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin unter IBAN DE58 1405 2000 1650 0010 33 mit Angabe des Verwendungszwecks „Orgelspende“ tun.

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